Sicherheit im Unterricht

Grundschule


Ziel des naturwissenschaftlichen Unterrichts in der Grundschule ist es, dass
„sich die Schülerinnen und Schüler ausgehend von eigenen Erfahrungen und auf der Grundlage überschaubarer, exemplarischer und für sie bedeutsamer Beispiele mit Fragen der belebten und unbelebten Natur und mit technischen Fragen auseinandersetzen. Mithilfe naturwissenschaftlicher Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen nehmen sie Naturphänomene und die Zusammenhänge zwischen ihnen wahr und können deren Bedeutung für die […] Natur erkennen, deuten und verstehen.“
(Bildungsplan 2016 Grundschule - Sachunterricht)

Mit Hilfe von sieben Schritten kann naturwissenschaftliches Lernen systematisch  beschrieben werden. Experimente unterstützen das naturwissenschaftliche Arbeiten und den naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozess. 

Schritt 1: Fragen stellen „Was wollen wir herausfinden?“
Schritt 2: Vermutungen sammeln „Ich denke, … Wie könnte die Frage untersucht werden?“
Schritt 3: Experiment durchführen „Welches Material brauchen wir? Was muss ich tun?“
Schritt 4: Beobachten „Was ist passiert? Wie haben sich die „Dinge“ im Experiment verhalten?“
Schritt 5: Beobachtungen dokumentieren „Was haben wir beobachtet?“
Schritt 6: Ergebnisse austauschen „Was haben wir festgestellt?“
Schritt 7: Ergebnisse diskutieren „Was wissen wir nun? Welche Vermutungen stimmen? Haben sich neue Fragen ergeben?“

Beim selbständigen Experimentieren sammeln Grundschülerinnen und Grundschüler wertvolle Erfahrungen. Um das Experimentieren sicher zu gestalten, sollen Schülerinnen und Schüler bereits im Grundschulalter richtige Verhaltensweisen beim Experimentieren erlernen. 

Um Lehrkräfte bei der sicheren Umsetzung von Schülerexperimenten im Unterricht zu unterstützen, sind auf dieser Seite wichtige Informationen und hilfreiche Tipps zusammen gestellt.
Zudem werden Informationen zum Bereich Werken des Faches Kunst/Werken und zu altersgerecht eingesetzten Arbeitsmitteln gegeben.

Zum Bildungsplan 2016

Allgemeine Informationen

Hinweise und Hilfestellungen zur Informationsbeschaffung für Lehrkräfte

Hinweise und Hilfestellungen zur Informationsbeschaffung für Schulleitungen

Rechtliche Vorgaben

Bereich Werken


Schreiben des Kultusministeriums zur Sicherheit an Grundschulen vom 12. April 2017 - NEU -

Um die Sicherheit im Unterricht der Grundschule zu gewährleisten wurden in Zusammenarbeit mit der Unfallkasse Baden-Württemberg und dem Landesinstitut für Schulentwicklung Lehrerhinweise erarbeitet, die sicherheitsrelevante, schulorganisatorische oder aufsichtsrechtliche Fragen aufgreifen und Grundschullehrkräften eine Orientierung für ihre Unterrichtsgestaltung geben.

Schreiben des Kultusministeriums zur Sicherheit an Grundschulen - NEU -



Allgemeine Informationen

Lehrkräfte ermitteln und beurteilen vor Beginn der Experimente mögliche Gefährdungen, verwenden altersgerechte Arbeitsmittel und treffen gegebenenfalls nötige Schutzmaßnahmen.
Bevor die Schülerinnen und Schüler mit dem Experimentieren beginnen wird eine Einweisung in das entsprechende Experiment durch die Lehrkraft vorgenommen. Hierbei werden mögliche Gefährdungen und richtige Verhaltensweisen angesprochen.

Passend zu den verbindlichen Experimenten im Bildungsplan Sachunterricht sind die LS-Handreichungen GS 20 "Experimente für den Sachunterricht Grundschule Klasse 1 und 2" und GS 22 "Experimente für den Sachunterricht Klasse 3 und 4" erschienen.
Diese sind im Webshop des Landesinstituts bestellbar. Die Begleitmaterialien zu diesen Handreichungen stehen zum kostenlosen Download zur Verfügung. Bei den dort beschriebenen Experimenten sind Sicherheitshinweise beschrieben, zudem werden keine Gefahrstoffe eingesetzt.



Hinweise und Hilfestellungen zur Informationsbeschaffung für Lehrkräfte

  • Bitte beachten Sie den expliziten Hinweis im  Bildungsplan "Beim Experimentieren in der Grundschule ist der Umgang mit Gefahrstoffen zu vermeiden."

  • Bitte beachten Sie insbesondere auch das Tätigkeitsverbot bezüglich Spiritus (Ethanol) für Grundschülerinnen und Grundschüler.
    Weitere Gefahrstoffe und deren Tätigkeitsverbote finden Sie in der Stoffliste DGUV-Information 113-019.
  • Lösemittelfreie Klebstoffe ersetzen Klebstoffe mit Lösungsmitteln (Gefahrstoffe).

  • Heißklebepistolen werden nur von Lehrkräften eingesetzt. Schülerinnen und Schüler arbeiten aufgrund der Verbrennungsgefahr nicht mit Heißklebepistolen.
  • Informationen zu Gefahrstoffen und altersgerechten Arbeitsmitteln sind speziell für Grundschulen in der
    Broschüre Gefahrstoffe in Grundschulen und Kindertagesstätten , Unfallkasse Baden-Württemberg, November 2014, zusammengestellt.

  • Weitere Gefährdungen durch Gefahrstoffe können bestehen, weil diese in alltäglichen Arbeitsmitteln nicht erkannt werden. Das niedersächsische Kultusministerium hat Gefährdungen durch Gefahrstoffe in Grundschulen zusammengestellt, diese können zur Orientierung dienen. Die landesspezifischen Anforderungen und von Baden-Württemberg sind zu beachten und mit ein zu beziehen.

  • Informationen speziell für Lehrkräfte sind auf dem Informationsportal www.gefahrstoffe-schule-bw.de des Kultusministeriums unter Beteiligte/Lehrkräfte abrufbar.


Hinweise und Hilfestellungen zur Informationsbeschaffung für Schulleitungen

Informationen speziell für Schulleitungen sind auf dem Informationsportal www.gefahrstoffe-schule-bw.de des Kultusministeriums unter Beteiligte/Schulleitungen abrufbar.
Es werden u. a. Informationen zu folgenden Themen bereitgestellt:

  • Aufgaben der Schulleiterin und des Schulleiters
  • Pflichten der Schulleiterinnen und Schulleiter im Rahmen der Gefahrstoffverordnung
  • Information für die Schulleitung zum Besuch von Schülerlaboren (z. B. Genehmigungsformulare)



Bereich Werken

Für den Bereich Werken wurde vom Kultusministerium eine Werkzeug- und Materialliste als "Empfehlung zur Umsetzung des Faches Kunst/Werken in der Grundschule" herausgegeben.

Es werden beispielsweise wasserlösliche Flüssigfarben oder Textilfarben ohne Fixiermittel verwendet. Stoffscheren und Zackenscheren werden unter direkter Aufsicht der Lehrkraft eingesetzt. Achten Sie auf altersgerecht eingesetzte Arbeitsmittel und entsprechendes Beaufsichtigen bei Tätigkeiten mit diesen Arbeitsmitteln.
Beachten Sie zudem bitte die Hinweise in der Broschüre Gefahrstoffe in Grundschulen und Kindertagesstätten, Unfallkasse Baden-Württemberg. Verwenden Sie so weit als möglich lösemittelfreie Kleber und wasserverdünnbare Farben. Prüfen Sie, ob für dieselbe Tätigkeit ein ungefährlicheres Produkt eingesetzt werden kann. Ersetzen Sie Harthölzer (z. B. Buchen- oder Eichenhölzer) durch Hölzer von Fichte, Tanne oder Kiefer. Stäube von Harthölzern können krebserregend sein.


Rechtliche Vorgaben

Eine Auswahl rechtlicher Vorgaben ist im Folgenden zusammengestellt.

DGUV-Regel 113-018 "Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2003)
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) August 2010
Die Regel, sowie die zugehörige Stoffliste (DGUV Information 213-098) können als Arbeitshilfen dienen. Bisher geltende Verwendungsverbote für bestimmte Stoffe an Schulen in Baden-Württemberg (z. B. Pikrinsäure) bleiben davon unberührt.

Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht  (RiSU)
Empfehlung der Kultusministerkonferenz KMK, Februar 2016
Obwohl die „Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht“ (RiSU) in Baden-Württemberg vom Kultusministerium nicht für die Schulen verbindlich erklärt wurde, kann diese als Arbeits- und Orientierungshilfe herangezogen werden. Ein Rechtsanspruch ist hieraus jedoch nicht abzuleiten.

Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln  (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV)
Die Betriebssicherheitsverordnung regelt die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Beschäftigten bei der Verwendung von Arbeitsmitteln.

Fußleiste