Sicherheit im Unterricht

FAQ

Antworten auf häufig gestellte Fragen



Sicherheit im Unterricht und dabei speziell der Umgang mit Gefahrstoffen geht weit über den Chemieunterricht hinaus. Gefährliche Stoffe begegnen uns im Alltag ebenso wie an Grundschulen und sogar in Fächern wie Bildende Kunst und Hauswirtschaft. Nachfolgend sind häufig gestellte Fragen zur Umsetzung des Gefahrstoffmanagements an Schulen zusammengestellt.

Weitere wichtige Informationen zu den verschiedenen Schularten und Fächern stehen auf unserer Beratungsseite unter Fächer und Schularten zur Verfügung.


Allgemeine Fragen

 

Welche rechtlichen Grundlagen gelten für Experimente mit Gefahrstoffen in den allgemein bildenden weiterführenden Schulen?
  
Wo findet man Informationen zur Gefährdungsbeurteilung und deren Dokumentation?
   
Wo kann man das Muster-Formular zur tätigkeitsbezogenen Gefährdungsbeurteilung erhalten?
 
Ist die Bearbeitung von Speckstein im Unterricht zulässig?
 
Was ist beim Umgang mit Pikrinsäure zu beachten?


Grundschulen


Welche rechtlichen Grundlagen gelten für Experimente mit Gefahrstoffen in der Grundschule?

Wie erkennt man gefährliche Stoffe?

Darf Spiritus (Ethanol) in Schülerversuchen eingesetzt werden?
 

Berufliche Schulen


Welche rechtlichen Grundlagen gelten für Experimente mit Gefahrstoffen an beruflichen Schulen?

Wo erhalten berufliche Schulen weiterführende Informationen?





Allgemeine Fragen


Welche rechtlichen Grundlagen gelten für Experimente mit Gefahrstoffen in allgemein bildenden weiterführenden Schulen?

Es gelten die verbindlichen Regeln des Unfallversicherungsträgers DGUV-Information 113-018 "Regel - Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2003)
und die zugehörige Stoffliste DGUV-Information 113-019 "Stoffliste zur Regel - Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2004).
Das Kultusministerium verweist zudem auf die Verpflichtung von Schulen zur Durchführung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) an Schulen sowie die Empfehlungen der KMK  „Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht“ (RiSU)  als Arbeitshilfe.

Informationen zu den gültigen Regelwerken finden Sie auf unserer Startseite Sicherheit im Unterricht.



Wo findet man Informationen zur Gefährdungsbeurteilung und deren Dokumentation?

Wichtige  Informationen Gefährdungsbeurteilungen sind auf dem Informationsportal zum Gefahrstoffmanagement für Lehrkräfte in Baden-Württemberg des Kultusministeriums z. B. unter www.gefahrstoffe-schule-bw.de zusammengestellt.




Wo kann man das Muster-Formular zur tätigkeitsbezogenen Gefährdungsbeurteilung erhalten?

Das Musterformular und wichtige Informationen zu Gefährdungsbeurteilungen stehen zum Download auf dem Informationsportal zum Gefahrstoffmanagement für Lehrkräfte in Baden-Württemberg des Kultusministeriums z. B. unter www.gefahrstoffe-schule-bw.de zur Verfügung.




Ist die Bearbeitung von Speckstein im Unterricht zulässig?

Laut DGUV-Information 113-018 "Regel - Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2003) gilt: "[...] die Bearbeitung von asbesthaltigem
Speckstein sind unzulässig. Speckstein ist ein natürliches Mineral mit einer inhomogenen Zusammensetzung. Untersuchungen von Materialproben haben gezeigt, dass handelsüblicher Speckstein Asbest enthielt."

Weitere Informationen hierzu
finden Sie auf unserer Internetseite unter Bildende Kunst - Speckstein.




Was ist beim Umgang mit Pikrinsäure zu beachten?

Pikrinsäure (genaue Bezeichnung: 2,4,6-Trinitrophenol) ist chemisch ähnlich dem Trinitrotoluol (TNT).
Es handelt sich um einen gelblichen, kristallinen Feststoff, der als reiner Stoff laut Gefahrstoffverordnung als explosionsgefährlich (E), giftig (T) und wassergefährdend eingestuft wird.
In der Laborpraxis wird deshalb Pikrinsäure im Gemisch mit einem Massenanteil Wasser von mindestens 23% (handelsüblich sind mehr als 30%) in dicht schließenden Flaschen transportiert und gelagert.
Nach längerer Lagerung kann die Wasserkonzentration unter 23% sinken, dann besteht die Gefahr einer explosiven Reaktion bei Schlag, Erhitzung über 225°C oder Reibung. Besonders problematisch sind trockene Kristalle im Gewinde des Schraubdeckels, die beim Öffnen explosionsartig reagieren können. 

Bitte beachten Sie die Information des Kultusministeriums zur Entsorgung von Pikrinsäure an Schulen in BW (Infodienst Schulleitung, Heft Nr. 220, Juli 2013). 






Grundschulen

Welche rechtlichen Grundlagen gelten für Experimente mit Gefahrstoffen in der Grundschule?

Im Bildungsplan 2016 Sachunterricht heißt es: "Beim Experimentieren in der Grundschule ist der Umgang mit Gefahrstoffen zu vermeiden."

Beachten Sie das Schreiben des Kultusministeriums zur Sicherheit an Grundschulen vom 12. April 2017.
Schreiben des Kultusministeriums zur Sicherheit an Grundschulen

Es gelten die verbindlichen Regeln des Unfallversicherungsträgers DGUV-Information 113-018 "Regel - Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2003)
und die zugehörige Stoffliste DGUV-Information 113-019 "Stoffliste zur Regel - Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2004).
Das Kultusministerium verweist zudem auf die Verpflichtung von Schulen zur Durchführung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) an Schulen sowie die Empfehlungen der KMK  „Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht“ (RiSU)  als Arbeitshilfe.

Informationen zu den gültigen Regelwerken finden Sie auf unserer Internetseite unter Grundschulen.



Wie erkennt man gefährliche Stoffe?

Gefahrstoffe tragen eine Gefahrstoffkennzeichnung. Jedoch können auch Stoffe ohne diese Kennzeichnung gefährlich sein.
Beispiele hierfür sind Stäube von Harthölzern oder im Handel erhältliche Lebensmittel wie Essigsäure oder Zitronensäure.
Für einige gefährliche Stoffe gibt es Tätigkeitsbeschränkungen oder sogar Tätigkeitsverbote für Grundschülerinnen und Grundschüler (z. B. Spiritus/Ethanol).

Beachten Sie das Schreiben des Kultusministeriums zur Sicherheit an Grundschulen vom 12. April 2017.
Schreiben des Kultusministeriums zur Sicherheit an Grundschule

Informationen zu gefährlichen Stoffen und Tätigkeitsverboten erhalten Sie u. a. in den Regelwerken DGUV-Information 113-018 "Regel - Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2003)
und die zugehörige Stoffliste DGUV-Information 113-019 "Stoffliste zur Regel - Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2004).

Die  Broschüre  Gefahrstoffe in Grundschulen und Kindertagesstätten unterstützt Schulleitungen und Lehrkräfte beim Gefahrstoffmanagement in Grundschulen.




Darf Spiritus (Ethanol) in Schülerversuchen eingesetzt werden?

Bitte beachten Sie das Tätigkeitsverbot bezüglich Spiritus (Ethanol) für Grundschülerinnen und Grundschüler.

Weitere Gefahrstoffe und deren Tätigkeitsverbote finden Sie in der Stoffliste DGUV-Information 113-019 "Stoffliste zur Regel - Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2004).




Berufliche Schulen

Welche rechtlichen Grundlagen gelten für Experimente mit Gefahrstoffen an beruflichen Schulen?

Für allgemein bildende Schulen sowie für vergleichbare Fächer an beruflichen Schulen (allgemein bildende Fächer) gelten die verbindlichen Regeln des Unfallversicherungsträgers DGUV-Information 113-018 "Regel - Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2003)
und die zugehörige Stoffliste DGUV-Information 113-019 "Stoffliste zur Regel - Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (bisher: BG/GUV-SR 2004)
Das Kultusministerium verweist zudem auf die Verpflichtung von Schulen zur Durchführung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) an Schulen sowie die Empfehlungen der KMK  „Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht“ (RiSU)  als Arbeitshilfe.


Für berufsbezogene Fächer und berufliche Schulen in Vollzeitform, z. B. der chemischen, biologischen, medizinischen und pharmazeutischen Berufe, gelten die Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Umgang mit Gefahrstoffen in Hochschulen Tätigkeiten mit Gefahrstoffen in Hochschulen; DGUV Information 213-039 (bisher: BGI/GUV-I 8666), sofern an diesen Schulen - vergleichbar wie an den Hochschulen - mit Gefahrstoffen umgegangen wird.

Informationen zu den gültigen Regelwerken finden Sie auf unserer Internetseite unter Berufliche Schulen.




Wo erhalten berufliche Schulen weiterführende Informationen?

Ansprechpartner für berufsbezogene Fächer sind u. a. die entsprechenden Berufsgenossenschaften.
Eine Zusammenstellung der Berufsgenossenschaften (bundesweit) ist auf der Seite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zugänglich.
Für Studierende sind wichtige Hinweise zudem in der DGUV-Information 213-026 "Sicherheit im chemischen Hochschulpraktikum - Eine Einführung für Studierende" (bisher: BGI/GUV-I 8553) Oktober 2009 zusammengestellt.

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