VERA 8 - Verfahren

Bedeutung der Vergleichsarbeiten

Die Vergleichsarbeiten VERA 8 werden als standardisierte Tests nach wissenschaftlichen Kriterien vom Institut für Qualität im Bildungswesen (IQB) konzipiert. Als Grundlage dienen die Methoden der empirischen Sozialforschung.

Die Vergleichsarbeiten stellen ein verpflichtendes Instrument der Selbstevaluation dar und sind ein Element der Qualitäts- und Schulentwicklung. Sie sind keine individualdiagnostischen Verfahren und ersetzen keine Klassenarbeiten. VERA 8 wird nicht benotet.

Zuständigkeiten im Verfahren

Die Vergleichsarbeiten VERA 8 werden länderübergreifend konzipiert und bundesweit an allgemein bildenden weiterführenden Schulen eingesetzt.

Die Entwicklung der Aufgaben und die Zusammenstellung der Tests erfolgen am Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Berlin, unter Mitwirkung aller Bundesländer. Für die  operative Durchführung für das Land Baden-Württemberg war bis zum 28.Februar 2019 das Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) im Auftrag des Kultusministeriums zuständig Seit dem 1. März 2019 liegt die Zuständigkeit beim Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg. Der Support wird vom Service Center Schulverwaltung (SCS) übernommen.

Entwicklung der Tests

Im Auftrag des IQB wird jährlich eine Vielzahl von Testaufgaben von einer Gruppe von länderübergreifend arbeitenden Lehrkräften in Kooperation mit Expertinnen und Experten verschiedener Hochschulen entwickelt. Den Referenzrahmen für die Aufgaben stellen die nationalen Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für die Sekundarstufe I dar.

Im Rahmen einer Pilotierung werden die Aufgaben etwa ein Jahr vor dem Einsatz an mehreren Hundert Schülerinnen und Schülern erprobt. Die Pilotierung dient dazu, die Qualität der einzelnen Aufgaben zu ermitteln.

Auch das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an der Pilotierung. Die Anzahl der Pilotierungsschulen aus Baden-Württemberg, die für die Pilotierung benötigt werden, wird vom IQB Berlin festgelegt. Die Pilotierungsschulen werden proportional zur jeweiligen Schulzahl in den vier Regierungspräsidien durch eine computergestützte Stichprobenziehung vom Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW) per Zufall ermittelt. Dabei ist es wesentlich, dass die Pilotierungsschulen die Gesamtheit der baden-württembergischen weiterführenden Schulen adäquat repräsentieren.

Denn durch die Erprobung und der sich anschließenden teststatistischen Analysen werden Daten und Informationen gewonnen, die für die Ergebnisrückmeldungen an die Fachlehrkräfte wichtig sind. So werden die Aufgaben beispielsweise aufgrund der hierdurch gewonnenen statistischen Erkenntnisse sowie weiterer fachdidaktischer Aspekte in die Kompetenzstufenmodelle eingeordnet.

Anschließend stellt das IQB mit didaktisch und statistisch abgesicherten Aufgaben die endgültigen Testhefte zusammen. Zu jedem Testheft werden Durchführungserläuterungen, Auswertungsanleitungen und umfangreiche didaktische Handreichungen erarbeitet.

Die didaktischen Handreichungen umfassen sowohl Erläuterungen zu den einzelnen Testaufgaben als auch wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des kompetenzorientierten Fachunterrichts und Hinweise auf spezifische Lernangebote. Diese Materialien werden den Ländern zur Verfügung gestellt.

Verfahrensschritte an der Schule

Das Verfahren VERA 8 wird über ein landeseigenes Online-Portal Lernstandserhebungen durchgeführt. Dieses Portal ermöglicht es den Schulen, ihre Klassen zu verwalten, die Materialien herunterzuladen, die Testergebnisse der Schülerinnen und Schüler einzugeben und die Ergebnisrückmeldungen abzurufen. Die Schulen erhalten für jedes Schuljahr einen schulspezifischen Zugang zu diesem Portal.

Für die Durchführung in Baden-Württemberg werden vom Kultusministerium zentrale Termine für jedes Fach vorgegeben. Der Einsatz der Tests ist verpflichtend und wird durch die Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums vom 20. Mai 2016 (Inkrafttreten: 1. August 2016) geregelt. Die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern und Erziehungsberechtigte werden in geeigneter Weise vorab informiert. Um die Objektivität zu gewährleisten, sind die in den Testmaterialien vorgegebenen standardisierten Durchführungs- und Korrekturbedingungen einzuhalten.

Nach dem Einsatz und der Korrektur der Vergleichsarbeiten werden die Testergebnisse anonymisiert in das landeseigene Online-Portal Lernstandserhebungen eingegeben und an das Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW) übermittelt. Die eingegebenen Daten werden dort teststatistisch analysiert und in Form von Ergebnisrückmeldungen aufbereitet.

Den Schulleitungen und den teilnehmenden Lehrkräften werden jeweils spezifische Ergebnisrückmeldungen für die Schule und die Klassen im geschützten Portal zum Download bereitgestellt.

Ergebnisrückmeldungen für Lehrkräfte enthalten für jeden Testbereich Informationen auf Klassen-, Aufgaben- und Schülerebene, jeweils mit landesweiten Vergleichswerten. Ergebnisrückmeldungen für die Schulleitung enthalten für jeden Testbereich zusammengefasste Informationen auf Ebene der Parallelklassen, jeweils mit landesweiten Vergleichswerten.

Im Anschluss an die Rückmeldungen sollten die anonymisierten Ergebnisse von den beteiligten Lehrkräften in Fach- bzw. Gesamtlehrerkonferenzen diskutiert werden. Der Prozess der Nutzung der Daten muss dabei systematisch gestaltet werden mit der Zielsetzung,

  • die Daten zu analysieren und zu interpretieren,
  • Konsequenzen für die Weiterentwicklung zu ziehen und
  • die Sicherung des Umgangs mit den Ergebnissen der Vergleichsarbeiten VERA 8 für die schulinterne Qualitätsdokumentation zu gewährleisten.

Weitere Informationen zur Konzeption, Zielen, Testentwicklung, Kompetenzstufenmodellen und den nationalen Bildungsstandards finden Sie auf den Seiten


Zuletzt geändert am 01.03.2019

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