Qualitätsentwicklung und Evaluation an beruflichen Schulen
Das Konzept ‚Operativ Eigenständige Schule’ (OES) zielt auf eine weitere Stärkung der pädagogischen und fachlichen Erstverantwortung der beruflichen Schulen. Im Mittelpunkt steht die Sicherung und Entwicklung der Unterrichts- und Schulqualität. Diese erfordern den Aufbau eines systematischen Qualitätsmanagements. Daneben wird unter anderem eine Erweiterung der betriebswirtschaftlichen Gestaltungsräume in den Blick genommen.
Webseite zur Evaluation in Baden-Württemberg, berufliche Schulen
Ziel ist eine systematische Qualitätsentwicklung, die Schwerpunkte auf Selbstevaluation, Individualfeedback sowie die Steuerung der Qualitätsentwicklungsprozesse legt und den Unterricht als zentralen Prozess der pädagogischen Arbeit in den Mittelpunkt stellt. Sie soll die Bewertung und Verbesserung der Qualität in allen relevanten Bereichen des schulischen Lebens ermöglichen.
Für das Modellvorhaben OES erfolgte keine explizite Festlegung auf ein Qualitätsmanagementsystem oder -modell. Dennoch orientierte sich die Entwicklungsarbeit in der dreijährigen Modellphase stark am schweizerischen Modell Q2E („Qualität durch Evaluation und Entwicklung“). Q2E ist ein Qualitätsmanagement-Modell, das insbesondere für Schulen entwickelt wurde und damit den speziellen Gegebenheiten von Schulen in hohem Maße Rechnung trägt. Allen Modellschulen ist es jedoch freigestellt, auch andere Ansätze des Qualitätsmanagements (weiter) zu verfolgen bzw. mit Q2E zu kombinieren.
Die Fremdevaluation ist das externe Element der systematischen Qualitätsentwicklung von Schulen. Ein externes Evaluationsteam des Landesinstituts für Schulentwicklung betrachtet dabei die Prozesse, Verfahren, Strukturen und Methoden zur systematischen Qualitätsentwicklung an Schulen. Die Fremdevaluation gibt den Schulen durch ihre professionelle Außensicht wichtige Entwicklungsimpulse. Ferner fungiert sie als eine Grundlage im Prozess der Zielvereinbarung zwischen Schule und Schulaufsicht. Allgemein dient die Fremdevaluation der Sicherstellung der Verbindlichkeit der Qualitätsentwicklung sowie als Mittel der Rechenschaftslegung hinsichtlich der geleisteten Entwicklungsarbeit.
Das Konzept für die Fremdevaluation an Beruflichen Schulen in Baden-Württemberg lehnt sich eng an die „Grundsätze der externen Evaluation“ von Q2E an. Die Orientierung an Q2E erweist sich in der Praxis der Fremdevaluation als geeigneter Ansatz, unabhängig davon, ob sich Schulen in ihrer Qualitätsentwicklung an Q2E oder anderen Qualitätsmanagement-Modellen orientieren. Die Fremdevaluation ist als Meta-Evaluation angelegt.


