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Arbeitsräume im Internet für Schulen (Arimis)

Projektergebnisse

Arbeitsräume im Internet für Schulen (ARIMIS)

I Kurzbeschreibung

Seit einigen Jahren gibt es internetgestützte „Lernplattformen“ (learning management systems), die die Kommunikation und den Informationsaustausch in geschlossenen Lerngruppen unterstützen und somit Lernformen erlauben, die nicht an gemeinsame örtliche und zeitliche Präsenz gebunden sind.

Entsprechende Technologien, die ursprünglich für die Lehre an den Hochschulen und für den Weiterbildungsbereich entwickelt wurden, sind auch für Schulen verfügbar. Es liegen jedoch keine Erfahrungen oder Erkenntnisse über die Akzeptanz, die Praktikabilität oder den Mehrwert an der Schule vor. Im Rahmen des Projekts ARIMIS wurden diese neuen technologischen Möglichkeiten am Landesinstitut im Auftrag des Kultusministeriums mit Mitteln der Medienoffensive II in ausgewählten Schulen unterschiedlicher Schularten eingeführt, erprobt und evaluiert.

II Ziele

„Mit dem Projekt ARIMIS soll das Lernen an den Schulen weiterentwickelt und verbessert werden, indem den Schulen internetbasierte Arbeitsräume zur Verfügung gestellt werden. Vorteile sind u.a. die jederzeitige Verfügbarkeit der Inhalte auch außerhalb der Schulzeit (z.B. bei Hausaufgaben), die Unterstützung des Selbstlernens der Schüler, die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit externen Partnern und vieles mehr. […] Ziel des Projektes ist daher, die technischen wie pädagogischen und didaktischen Anforderungen festzustellen und dann den Schulen praxiserprobte und bedarfsgerechte Lösungen zur Verfügung zu stellen“

 Im Detail wurden folgende Ziele verfolgt:  

  • Im Bereich der technischen Verfügbarkeit sollen Lösungen zur Einrichtung und zum Betrieb von Lernplattformen beschrieben und - falls notwendig - (weiter)entwickelt werden. Dazu gehörte, 
    • die Projektschulen beim Zugang zu Lernplattformen zu unterstützen und damit die Voraussetzungen für beobachtbare Lehr-Lernszenarien mit E-Learning zu schaffen,
    • technische Schwierigkeiten zu identifizieren, zu dokumentieren und zu lösen,
    • eine Projekt-Lernplattform einzurichten und zu betreiben,
    • Lösungsansätze auch anderer Länder zu beobachten und zu beschreiben.
  • Im Bereich der medialen Verfügbarkeit sollen digitale Medien auf den Einsatz in Lernplattformen inhaltlich und medientechnisch geprüft und - falls notwendig - entwickelt werden. Dazu gehörte,
    • nach Medien für Lernplattformen zu recherchieren und auf Kompatibilität bzw. inhaltliche Relevanz für Schulen zu prüfen,
    • Projektschulen beim Zugang zu Medien zu unterstützen,
    • Projektschulen bei der Erstellung eigener Medien zu unterstützen,
    • den Medienpool des LMZ (Projekt SESAM) für Lernplattformen zu erschließen.
  • Im Bereich der Unterrichtsentwicklung sollen unterrichtsverändernde Potenziale ausgelotet und die Umsetzung an den Schulen evaluiert werden. Dazu gehörte,
    • Lehrkräfte zur quantitativen und qualitativen Nutzung von E-Learning zu befragen,
    • Schülerinnen und Schüler über ihre eigenen Erfahrungen und Einschätzungen zu E-Learning zu befragen,
    • Lehrende und Lernende mittels leitfadengestützen Interviews über den potenziellen und (subjektiv) erreichten Mehrwert von E-Learning zu befragen,
    • Projektschulen Impulse zu geben, das mediendidaktische Potenzial von moodle  in Lehr-Lern-Situationen auszuschöpfen,
    • best-practice-Umsetzungen zu dokumentieren.

III Umsetzung

Es konnten ca. 60 weiterführende allgemein bildende und berufliche Schulen gewonnen werden, am Projekt teilzunehmen. Sie sollten mit Lernplattformen und anderen „Werkzeugen“ in virtuellen Arbeitsräumen im Internet arbeiten. Das Landesinstitut sollte die Umsetzungen begleiten und evaluieren.

Die meisten Schulen arbeiteten mit der Lernplattform Moodle, die vom Landesforschungsnetz BelWü bereitgestellt wurde. Das BelWü-Moodle ist identisch mit dem Moodle, das von der Lehrerfortbildung bei Schulungen verwendet wird und das auch in der Musterlösung für das Netzwerkbetriebssystem Linux eingebaut ist. Diese Moodle-Zugänge stehen allen Schulen des Landes zur Verfügung.

Die Praxisbeobachtungen an den Schulen zeigten zwei unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten von Lernplattformen. Die eine Gruppe nutzte vorrangig die vorhandenen Grundfunktionen zur Kommunikation und zur Datenbereitstellung. Die Lernplattform ist damit ein per se ein  inhaltsleeres Werkzeug, mit dem Lerngruppen aktiv produzierend arbeiten. Hier muss das System (also moodle) beherrscht werden.

Für die andere Gruppe standen E-Learning-Kurse, also gestaltete Lernumgebungen im Vordergrund. Hier wurde Neuland betreten: Übliche Lernprogramme auf CD oder im Internet vernachlässigen die Betreuung durch Lernbegleiter (wie z.B. Lehrkräfte). Bei zeitversetztem Lernen zuhause ist somit der Lerner in der Regel auf sich alleine gestellt, die Lehrkraft kann die Lernaktivitäten nicht begleiten. Lernplattformen wie moodle erlauben nachträgliche Einblicke in die Lernaktivitäten (z.B. Welche Einheiten wurden bearbeitet?) und stellen Grundfunktionen bereit, Lernen online zu begleiten (z.B. Forum, Chat aber auch individuelle Rückmeldung). Allerdings waren und sind auch heute noch Lernprogramme für moodle, die diese Funktionen nutzen, selten. Vorrangig werden Inhalte beruflicher Schulen bedient. Es wurde deutlich, dass viele Lehrkräfte in Analogie zu ihrer gewohnten Unterrichtsvorbereitung eigene Medienzusammenstellungen einsetzen wollen.

Um Entwicklungen zu E-Learning an der Schule auch für Interessierte außerhalb der Projektschulen bekannt zu machen, wurde in Zusammenarbeit mit dem LMZ eine öffentlich zugängliche Plattform eingerichtet (www.elearning-bw.de). Über den Weiterbestand des Portals wurde noch nicht entscheiden. Die redaktionelle Arbeit wurde mit Ende des Projekts eingestellt.

Zur Evaluation an den Projektschulen wurden folgende Verfahren eingesetzt:

  • Am Ende der Schuljahre 2005/06, 2006/07 und 2007/08 wurden die Projektlehrer mit einem Fragebogen über ihre Arbeit, die beobachteten Unterrichtserfolge und die gewünschte Projektunterstützung befragt. Die weitere Projektarbeit berücksichtigte die Rückmeldungen.
  • Bei einigen Klassen wurden Schülerbefragungen durchgeführt. Hier interessierten die Einstellungen zum E-Learning, verändertes Lernverhalten und die Möglichkeiten der häuslichen Nutzung von Lernplattformen.
  • Schulbesuche während der Projektzeit ermöglichten direkte Beobachtungen durch das Projektteam und Interviews mit Schulleitern, Lehrern und Schülern. Diese wurden in so genannten Schulportraits zusammengefasst.

IV Ergebnis/Transfer / Ausblick

E-Learning hat Erwartungen geweckt:

  • E-Learning kann den Unterricht nachhaltig verändern. Es erleichtert u.a. die Binnendifferenzierung, das fächerübergreifende Arbeiten und Projektlernen.
  • E-Learning unterstützt sowie das selbstgesteuerte und eigenständige Lernen. Schülerinnen und Schüler übernehmen verstärkt Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess in Vorbereitung auf die immer komplexer werdenden Anforderungen der Gesellschaft an das Individuum (lebenslanges Lernen).
  • E-Learning erweitert das Spektrum an Lehr-Lernsituationen. Zeit- und ortsungebundenes Lernen kann auch an der Schule umgesetzt werden. Konsequent umgesetzt verändert E-Learning die Schule auch als Organisation.

Am Ende des Projektes können wir ein optimistisches Fazit ziehen:

  • Sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler (der Projektschulen) erkennen und nutzen das Potenzial von E-Learning
  • Die erhofften Effekte hinsichtlich Veränderung des Unterrichts sind in vielen Modellschulen eingetreten.
  • Die erhofften Effekte hinsichtlich veränderten Lernverhaltens sind in vielen Modellschulen eingetreten..

 Ausführliche Ergebnisse hierzu finden Sie insbesondere in den Projektdokumentationen Arimis 4-6.

Das Potenzial ist da, aber ...

  • Es sind noch wenige Schulen, die E-Learning in ihr Schulkonzept aufnehmen.
  • Es sind mehrheitlich Einzelpersonen, nicht Kollegien, die sich auf E-Learning einlassen.
  • Die Technik und der Aufwand bestimmen derzeit vorrangig die Diskussionen, nicht die Veränderung des Unterrichts.
  • Die Verbindung zwischen Unterrichtsentwicklung und E-Learning als Ergänzung und Hilfe wird zu wenig erkannt bzw. diskutiert.

Ingesamt ist E-Learning an Schulen noch kein Selbstläufer. Die Projektschulen spiegeln nicht die Situation in der Breite. Im Bericht ARIMIS 10 werden die wichtigsten Handlungsfelder, die bei der Weiterentwicklung von E-Learning zu beachten sind, aufgeführt und im Detail beleuchtet:

  • Lehrerausbildung
  • Schulung / Lehrerfortbildung
  • Content
  • Plattformbereitstellung
  • Entwicklungsarbeit
  • Koordination

Ausgehend von der Analyse des Ist-Stands in den einzelnen Handlungsfeldern werden Empfehlungen zur nachhaltigen Entwicklung ausgesprochen. Der Bericht enthält eine Zusammenfassung für Entscheidungsträger. 

V Projektdokumentationen

Arimis 1      E-Learning mit Lernplattformen -     Hinweise zur Einführung

Teil I der ARIMIS-Projektdokumentation beleuchtet die technischen Rahmenbedingungen, die an einer Schule für den Betrieb von Lernplattformen geschaffen werden müssen und gibt im Hauptteil einen Überblick über allgemein notwendige Voraussetzungen. Der Hauptteil der Dokumentation richtet sich an Schulleitungen und weitere Entscheidungsträger. Dabei wurde darauf geachtet, den Sachverhalt allgemein verständlich zu formulieren, so dass keine tieferen technischen Fachkenntisse erforderlich sind. Tabellen und Checklisten geben eine praktische Hilfe für die Konzeptionierung technischer Systeme. Teil II richtet sich an technisch versierte Administratoren, die mit der Installation und Konfiguration von Linux Servern vertraut sind.

zur Dokumentation

Arimis 2      Anleitung zur Einrichtung eines schuleigenen Moodles

Dieses Heft richtet sich an Administratoren eines schuleigenen Moodle-Systems. Ausgehend von der Grundinstallation wird u.a. beschrieben, wie Dienste und Datenbanken für den Betrieb eingerichtet werden können. Weitere Punkte sind u.a. Backup-Verfahren und die Migration auf andere Systeme.

zur Dokumentation

Arimis 3      Fallbeispiel – Einrichtung einer Lernplattform an einer ländlichen Schule

In diesem Heft werden exemplarisch die Einsatzmöglichkeiten an einer Schule - Homepage - Intranet - E-Learning und der Entwicklungsprozess aufgeführt.

zur Dokumentation

Arimis 4      Auswertung der Fragebogenaktionen für Lehrkräfte

Diese quantitative Auswertung auf Basis standardisierter Fragebögen untersucht Meinungen über E-Learning und die real umgesetzten Einsätze der Lernplattform an den Projektschulen. Wichtig sind hierbei Erkenntnisse über einen potenziellen oder erreichten Mehrwert aus Lehrersicht.

zur Dokumentation

Arimis 5      Auswertung der Schülerfragebogen

In dieser quantitativen Auswertung wurde u. a. erfasst, wie Schülerinnen und Schüler der Projektschulen die Lernplattform nutzten. Die Schülerinnen und Schüler wurden zudem nach ihren Einschätzungen und Erfahrungen über den Mehrwert von E-Learning für ihr eigenes Lernen befragt.

zur Dokumentation

Arimis 6      Auswertung der Interviews (Qualitative Auswertung)

In dieser Auswertung wurden 30 leitfadengestützte Interviews mit Schüler(innen), Lehrer(innen), Schulleitungen und Eltern geführt. Ziel war es, die verschiedenen Perspektiven zu berücksichtigen und dabei potenzielle Mehrwerte, aber auch prinzipielle Schwierigkeiten bei der Einführung und Umsetzung von internetgestütztem E-Learning zu erfassen.

zur Dokumentation

Arimis 7      Das E-Learning-Portal Baden-Württemberg

Dieser Beitrag beschreibt die Intention des E-Learning-Portals www.elearning-bw.de (Gemeinschaftsprojekt LS/Arimis – LMZ/Sesam)

zur Dokumentation

Arimis 8      Hinweise zur Erstellung von webbasierten Lernkursen mit Moodle

Die hier zusammengestellten Hinweise basieren auf Erfahrungen, die während der Begleitung und Unterstützung von Lehrern bei der Konzeption und Gestaltung von Moodle-Kursen gemacht wurden:

  • Hinweise für die Formulierung von Aufgabenstellungen
  • Hinweise für die Überprüfung der Verständlichkeit von Moodle-Kursen
  • Hinweise für die Konzeption und Erstellung von Lernkursen 
  • Hinweise für die Beurteilung von Lernkursen für den Einsatz im Unterricht

In dieser Broschüre findet sich auch eine Liste von Moodle-Kursen, die im Rahmen des ARIMIS-Projektes von Projektlehrern erstellt wurden. Einige der an Schulen entwickelten Moodle-Kurse sind -sofern rechtlich möglich- auch auf dem Landesbildungsserver abrufbar: http://www.schule-bw.de/demo-moodle/course/category.php?id=7

zur Dokumentation

Arimis 9      Konzeptstudie - Länderberichte

Ziel der Konzeptstudie war es, Ansätze für die technische, organisatorische und pädagogische Einbettung eines Lernmangement-Systems (LMS) zu entwickeln. Bei E-Learning in Schulen handelt es sich um eine mehrschichtige Innovation, bei der nicht nur technische und pädagogisch-didaktische, sondern auch rechtliche, organisatorische und soziale Aspekte zu berücksichtigen sind. In vier Fallstudien wird ein differenzierter, international vergleichenden Blick auf die unterschiedlichen Vorgehensweisen bei der Integration von E-Learning in den Schulalltag in Österreich, der Schweiz, der kanadischen Provinz Ontario und der Stadt London eröffnet. Neben Unterschieden, die nationalen und/oder regionalen Besonderheiten und/oder Vorgaben geschuldet sind, werden Gemeinsamkeiten sichtbar, die offensichtlich relativ systemunabhängig auftreten und bei einem Ausbau von E-Learning in Baden-Württemberg Ziele und Wege aufzeigen können.

zur Dokumentation

Arimis 10    Konzeptstudie - E-Learning an Schulen

Die Ist-Analyse dieser Studie basiert auf der Auswertung vorliegender Materialien zum Thema E-Learning sowie auf 13 Interviews mit insgesamt 18 Akteuren, deren Tätigkeiten von hoher Relevanz für die schulische Integration von E-Learning sind. Insgesamt sind in Baden-Württemberg bereits eine Vielzahl von Voraussetzungen geschaffen worden, die für die Integration von E-Learning in den Schulalltag hoch relevant sind. Gleichwohl besteht an vielen Stellen nach wie vor Entwicklungs- und Verbesserungsbedarf. Zusammenfassend werden Kernaspekte und Handlungsempfehlungen herausgestellt.

zur Dokumentation