Materialien zum unterrichtlichen Einsatz der integrierten Unternehmenssoftware Microsoft Dynamics NAV
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Allgemeines |
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| Merkmale einer integrierten und standardisierten Unternehmenssoftware |
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Moderne Unternehmenssoftware ist
standardisiert und integriert. Diese Arbeitsweise bietet nicht nur für die
Betriebe sondern auch für den Unterricht an kaufmännischen Schulen große
Vorteile. Durch Funktionen, die auf eine zentrale Datenbank zugreifen, können Lerninhalte die vormals isoliert betrachtet wurden im Zuge einer prozessorientierten Vorgehensweise miteinander verbunden werden. Beispielhaft zu nennen wäre hier ein Verkaufsprozess, der von der Anfrage des Kunden bis zur Bezahlung der Ausgangsrechnungen und Beschaffung zugehöriger fremd- und eigenproduzierter Materialien alle Facetten der Betriebswirtschaft beleuchtet. Die zentrale relationale Datenbank sorgt dafür, dass Ergebnisse sofort weiterverarbeitbar und auswertbar sind. Z.B. können die Auswirkungen von Lagerab- und -zugängen sowie der anschließenden Fakturierung in der Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung analysiert werden. Auch eine Ad-Hoc-Bilanz ist möglich. Die Datenbank selbst enthält dabei alle im Betrieb anfallenden Stamm- (z.B. Kunden, Lieferanten, Artikel) und Bewegungsdaten (z.B. Lagerbewegungen, Zahlungsverkehr) mit den relevanten Inhalten (Adressen, technische Angaben, Mengen, Preise, Beträge, Regelungen). Auch werden sämtliche Aktivitäten der Anwender dokumentiert und archiviert. Der Datenaustausch über Schnittstellen entfällt, was das Handling für Lehrer und Schüler entscheidend erleichtert und den Focus auf das Wesentliche richtet. Durch die Standardisierung der Software ist es möglich, den Schulen eine auf den Unterricht zugeschnittene Lösung zur Verfügung zu stellen. Dabei können z.B. nicht benötigte Funktionen ausgeblendet werden, sodass die große Zahl von nicht relevanten Feldern den Schülern den Blick für die entscheidenden Sachverhalte nicht verstellt. Zusätzlich sind individuelle Einstellungen wie Schulkontenrahmen möglich. Auch ist ein Datenaustausch mit anderen Systemen, z.B. Office-Paketen, für individuelle Auswertungen (z.B. ABC-Analyse mit einer Tabellenkalkulation), Ad-Hoc-Abfragen mit einem Datenbank-Frontend oder Serienbriefen mit einer Textverarbeitung leicht möglich. Dabei werden standardisierte Schnittstellen wie ODBC oder Standardabfragesprachen wie SQL angewendet. Im Fach Datenverarbeitung bzw. Informationsmanagement werden die Anpassungen der Software unter der Lehrplaneinheit "Customizing" zusammengefasst. Erstmals sind die Schüler in der Lage, eine Anwendungssoftware nach eigenem Ermessen umzugestalten. |
| Integrierte Unternehmenssoftware im Unterricht |
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Um eine praxisorientierte und zeitgemäße
kaufmännische Ausbildung sicherzustellen, richtete die Schulverwaltung
bereits in den 70er Jahren erste EDV-Anlagen in den beruflichen Schulen
ein. Dem Stand der damaligen Technik folgend beinhalteten diese
Installationen auch erste Online - Finanzbuchführungssysteme. Basierend auf
Belegen wurden Buchungssätze in der EDV-Anlage erfasst und abschließend
Bilanzen erstellt. Auch die DV-Unterstützung anderer standardisierter
betrieblicher Funktionen im Unterricht war schnell ein Thema. Mit dem
Einzug der PC's entstanden Unterrichtsbeispiele für Finanzbuchhaltung,
Warenwirtschaft und Produktionsmanagement. Beleuchtet wurden dabei
isolierte Grundprobleme, wie z.B. Bilanzanalyse, Lageranalyse oder
Materialdisposition auf Basis der Stücklistenauflösung. Schnell war klar, dass die einzelnen DV-unterstützten Funktionen den Schülern nur unzureichend betriebliche Zusammenhänge vermitteln konnten. Der Wunsch, die Funktionalität einer umfassenden Softwarelösung, die sämtliche im kaufmännischen Unterricht behandelten betrieblichen Grundfunktionen anhand eines durchgängigen Beispiels abdeckt, einzusetzen, blieb lange Zeit unerfüllt. Es bildeten sich, ähnlich wie bei einem großen Teil der Betriebe, heterogene Applikationsinseln heraus, die weder thematisch noch technisch miteinander verbunden wurden. War dies über Schnittstellen möglich, so erwies sich die Software im Unterricht als unhandlich und fehleranfällig. Die enormen technologischen Verbesserungen bei Hard- und Software und die daraus resultierende Steigerung der Leistungsfähigkeit der betrieblichen Datenverarbeitung ermöglichten neue Entwicklungen in der BWL. Es erfolgte ein Paradigmenwechsel hin zur Prozessorientierung. Aufgrund neuerer Konzepte in der betrieblichen Organisation, die mit dem Begriff "Geschäftsprozess" eng verbunden sind (z.B. SCM, CRM), wurde der Druck auf die Schulen immer stärker, auf diese Veränderungen zu reagieren. Dem jetzt an Abläufen und nicht mehr an Funktionen orientierten Unterricht musste eine integrierte Unternehmenssoftware zur Seite gestellt werden, die die Anforderungen der ERP-Philosophie (Enterprise Resource Planning) abdeckt. Erste Versuche und Tests zeigten aber, dass der Technologietransfer von den Unternehmen in die Schulen aufgrund unterschiedlicher Hardware und Betriebssysteme sowie einer gänzlich anderen Benutzer- und Zugriffsorganisation zunächst nicht möglich war, da Software für Großunternehmen nur sehr eingeschränkt im Unterricht einsetzbar ist. Erst ein Produkt wie Microsoft Dynamics NAV® (vormals Microsoft Business Solutions - Navision®) konnte neben den funktionalen auch die systemtechnischen Anforderungen der beruflichen Schulen erfüllen. Auf Windows-Basis und in einer sehr kompakten Grundversion lassen sich PC's lokal im Einbenutzerbetrieb sehr leicht mit der Software konfigurieren. Auch eine Mehrbenutzervariante, die vornehmlich in Übungs- und Juniorenfirmen installiert wird, wird eingesetzt. Bereits nach kurzer Zeit war das Produkt bei Lehrern und Schülern akzeptiert und es entstanden eine Reihe von Unterrichtsbeispielen, die die Schulen vor Ort direkt umsetzen. Seit Schuljahr 2000/2001 wird Microsoft Dynamics NAV® im Rahmen von Schulversuchen im Wirtschaftsgymnasium, Berufskolleg und in Übungsfirmen eingesetzt. Ab Schuljahr 2002/2003 gehört der Einsatz einer integrierten Unternehmenssoftware zu den Inhalten der beruflichen Kompetenz für die Ausbildung der Industriekaufleute (Schwerpunkte: "Betriebswirtschaft" sowie "Steuerung und Kontrolle"). Die genannten Entwicklungen ermöglichen jetzt eine verstärkte Ausrichtung des Unterrichts an Geschäftsprozessen. |
| Produktinformationen |
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Im Juli 2002 wurde das dänische Unternehmen
Navision von Microsoft / USA übernommen und in die Sektion Microsoft
Business Solutions eingegliedert. Hierzu gehört auch das Unternehmen Great
Plains. Beide Unternehmen bieten Unternehmenssoftware an. Great Plains
bedient vorwiegend den amerikanischen, Navision den europäischen Markt. In den Schulen wird seit dem Schuljahr 2000/2001 Navision eingesetzt. Mit Beginn des Schuljahres 2002/2003 wurde von der Version NAVISION FINANCIALS auf die Update-Version NAVISION ATTAIN 3.10 A umgestellt. Ab dem Schuljahr 2006/2007 erfolgte der Wechsel auf die Version 4.0 unter der neuen Bezeichnung "Microsoft Dynamics NAV". Die Software unterstützt über verschiedene Module die betrieblichen Prozesse in den Kernbereichen: - Finanzmanagement - Supply Chain Management (SCM) - Customer Relationship Management (CRM) - E-Commerce - Dokumentenmanagement Ergänzend sind in der Datenbank Add-on-Module mit Funktionalitäten wie zum Beispiel Lohn/Gehalt, POS, Außenhandel etc. integriert. Die neuen Möglichkeiten des Produktes finden bereits Eingang in Handreichungen des LS und damit in den Unterricht an beruflichen Schulen. Näheres zu Software und Hersteller finden Sie auch unter www.microsoft.com/germany/businesssolutions/default.mspx. |
| Lizensierung |
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Die Verteilung der Software an die Schulen und die
Lizenzierung erfolgen über das Landesinstitut. |
