BSCW
| Andreas Grupp, Elektronikschule Tettnang | |
3.3 BSCW - Basic Support for Cooperative WorkBSCW wurde vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin (ehemals GMD-FIT) und der OrbiTeam Software GmbH entwickelt. Ach ja - und was ist das? Es handelt sich bei BSCW um eine web-basierende Software, die die Zusammenarbeit von Personen unterstützt. Das B" für Basic" dürfte man in der Version 4 dieser Software getrost weglassen, denn die Unterstützung ist sehr weitreichend.
In einem ersten Überblick kann man sich diese Software als eine Art virtuelle Festplatte" im Internet oder Intranet vorstellen. Benutzer können hier jegliche Art von Dokumenten hochladen und serverbasiert speichern. Zur besseren Organisation der Dateien besteht natürlich auch die Möglichkeit, Verzeichnisse anzulegen und sich innerhalb des resultierenden Verzeichnisbaums zu bewegen". Egal von welcher Stelle des Internet auch immer, besteht wieder Zugriff auf diese Dokumente _ einzige Voraussetzung: ein Web-Browser. Damit beginnen die Fähigkeiten aber erst. Die einzelnen Verzeichnisse (Ordner) können nämlich jederzeit zu einem Zusammenarbeitsbereich mit anderen Benutzern umfunktioniert werden. Dazu werden die gewollten Arbeitsgruppen-Mitglieder als Teilnehmer in den Ordner" eingeladen. Der Ordner wird damit zu einem Workspace und steht allen Mitgliedern in deren Arbeitsbereich zur Verfügung. Die Mitglieder eines Arbeitsbereichs können so im einfachsten Fall einfach Arbeitsergebnisse teilen und gemeinsam daran arbeiten. Eine Versionskontrolle und Sperrmechanismen unterstützen dabei die Zusammenarbeit. Neben reinen Dateien werden auch Hyperlinks (URLs), Diskussionsbäume oder Gruppenkalender als Dokumente verwaltet und können gemeinsam benutzt werden. Auch die Rollenverteilung einer Arbeitsgruppe (wie z.B. Leitung, Mitarbeiter, Gast, ...) werden durch eine ausgereifte und leistungsfähige Rechteverwaltung unterstützt. Es kann genau festgelegt werden, wer" auf was" in welcher Form" Zugriff hat. Außerdem wird jeder Zugriff auf Arbeitsgruppenobjekte, neue Objekte oder das Löschen von Objekten von der Serversoftware registriert und allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe angezeigt.
Einsatzmöglichkeiten Auch im schulischen Bereich gibt es wie bei Firmen ein breites Einsatzgebiet für eine derartige Kollaborations-Software. Überall, wo Arbeitsgruppen zusammenarbeiten, kann die BSCW-Plattform zur Koordination bzw. gemeinsamen Arbeit verwendet werden. Denkbar wären hier z.B.:
Das will ich haben! - Wo gibt es das? Was kostet es? Die Nutzung von BSCW ist in zwei Varianten denkbar:
Sie ist für Unix/Linux-Systeme und Windows NT (und höher) erhältlich. Für den schulischen Bereich ist die BSCW-Software jeweils ein Jahr kostenfrei für 1000 Benutzer lizenzierbar. Es besteht die Möglichkeit die Lizenz jeweils zu verlängern.
BSCW-Handbücher, -Anleitungen Auf eine genauere Anleitung zu BSCW wurde hier verzichtet, da es im Internet viele Materialien zu diesem Thema gibt. Hier ein paar Fundstellen: · Das Benutzer-Handbuch von Frauenhofer-FIT ist in einer HTML- und zwei verschiedenen PDF-Varianten abrufbar. Es gibt einen umfassenden, aber recht nüchternen Überblick über die Möglichkeiten. · Bei der schweizerischen Beratungsstelle für Informatik an den Aargauer Schulen (BIAS)" findet sich eine sehr umfangreiche Einführung in BSCW 4. Neben der BSCW-Einführung gibt es auch gezielte Aufgaben, um sich in den Umgang mit dem Server einzuarbeiten oder mit Schülern Übungen durchzuführen. · Auf dem Server der Universität Stuttgart wird versucht, einen kurzen aber recht guten Überblick über den Funktionsumfang und die Bedienung zu geben. Auch hier gibt es neben der HTML- auch eine PDF-Variante. · Eine weitere Übersicht ist beim Institut für Grundlagen der Planung abrufbar. Wählen Sie in der linken Menüleiste den Link how to bscw?" aus.
Installation des BSCW-Serverdienstes Die Installation ist sowohl unter Windows NT (und höher) als auch unter sämtlichen Unix/Linux-Derivaten möglich. Die Anleitungen für die Installation sind unter http://bscw.gmd.de/InstallNTServer.html und http://bscw.gmd.de/InstallUnixServer.html verfügbar. Nachfolgend eine Übersicht zur Installation unter Linux. Die einzelnen Schritte wurden in dieser Form unter SuSE-Linux 8.0 ausprobiert. Da es dabei doch nicht ganz trivial zuging, wird nachfolgend die Installation des BSCW-Serverdienstes schrittweise beschrieben. Es wird empfohlen die Server-Software im Homebereich eines eigenes dafür eingerichteten Benutzers zu installieren. Hier liegt es nahe einen Benutzer bscw" anzulegen. Mittels der grafischen Oberfläche von YaST ist das schnell erledigt. | |
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Melden Sie sich nun als Benutzer bscw" am System an und starten Sie die einzelnen Stufen der Installation.
Python-Installation
Sollten Sie nun festgestellt haben, dass Sie noch keinen geeigneten Python-Interpreter haben, wird die Installation direkt aus dem Quellcode empfohlen.
Nachfolgend nun zuerst die Installationsanleitung für Python. Kopieren Sie sich die obige Datei in das Homeverzeichnis des Users bscw". · Neben der Grundinstallation von z.B. SuSE 8.0 benötigen Sie auf jeden Fall noch die folgenden Softwarepakete, um die Software wie nachfolgend beschrieben installieren zu können:
· Durch die Auswahl der obigen Pakete werden noch diverse andere (z.B. binutils, ...) automatisch von YaST ausgewählt. Diese Auswahl übernehmen Sie anschließend und installieren alles. · Auspacken des Python TGZ-Archivs "Python-2.1.3.tgz" · Wechsel in das entstandene Verzeichnis "Python-2.1.3/" · Ausführen des Kommandos "./configure prefix=/usr" · Editieren der Datei "Modules/Setup". Finden Sie die Zeile "#crypt cryptmodule.c # -lcrypt # crypt(3); needs -lcrypt on some systems" und ändern Sie sie durch Entfernen von 2 Kommentaren in "crypt cryptmodule.c -lcrypt # crypt(3); needs -lcrypt on some systems" · Im Archiv-Verzeichnis nun das Kommando "make" · Nachdem die Software compiliert wurde, mit "make install" installieren. Dazu benötigen Sie natürlich root"-Rechte.
Nachfolgend wird davon ausgegangen, dass Sie einen geeigneten Python-Interpreter (max. Version 2.1, funktionsfähiges crypt-Modul) auf Ihrem System haben. Zuerst müssen Sie sich die BSCW-Software aus dem Internet herunterladen. Im dort zu findenden Pulldown-Menü könne Sie auswählen, ob Sie die Software für einen Microsoft-NT-Server (und höher) oder für Unix/Linux benötigen. Sie finden hier übrigens auch das Handbuch (Benutzer und Admin). Speichern Sie sich das tar.gz-Archiv ebenfalls direkt im Home-Verzeichnis des Users bscw". · Begeben Sie sich nun in das Home-Verzeichnis des Users bscw" und entpacken Sie das BSCW-Software-Archiv mit dem Kommando "tar zxfp bscw-4.0.6.tar.gz" · Wechseln Sie in das frisch entstandene Verzeichnis "bscw-4.0.6/". · Editieren Sie dort die Datei "setup" und ändern dabei die 1. Zeile (Shebang-Zeile) in "#!/usr/bin/env python". Der Prefix "/usr" fehlt hier. · Starten Sie nun die Installation durch das Kommando "./setup". Das Setup-Skript installiert Ihnen parallel zum Verzeichnis "bscw-4.0.6/" ein Verzeichnis "server" und installiert die Software nach dort. · Neben der reinen Server-Installation werden außerdem die notwendigen Erweiterungen der Apache-Konfigurationsdatei "httpd.conf" erstellt. Sie finden diese im Verzeichnis "server" in der Datei "apache.conf". · Fügen Sie alle Anweisungen der Datei "apache.conf" in Ihre Apache-Server-Konfigurationsdatei "/etc/httpd/httpd.conf" ein (z.B. im vi" durch Positionierung des Cursors an der vorgesehenen Stelle und Eingabe des Kommandos ":r/home/bscw/server/apache.conf". · Starten Sie dann Ihren Apache-Server neu (Kommando: "rcapache restart") · Editieren Sie nun die Konfigurationsdatei des BSCW-Servers. Sie finden Sie im Homeverzeichnis des Users bscw" unter "server/src/config.py". Ändern Sie hier die Zeile "SERVER_ADMIN" und fügen Sie Ihre Mailadresse ein. Die Mail-Adresse muss existieren und muss vom Server aus erreichbar sein. An diese Mail-Adresse werden später Registrierungsdetails versandt.
Beispiel: SERVER_ADMIN = `musterman@nirgendwo.com' SERVER_ADMINS = [`Mustermann'] · In einem Browser rufen Sie anschließend auf Ihrem Webserver den folgenden URL ab: http://<meinserver>/pub/bscw.cgi?op=rmail · Sie erhalten nun evtl. im Browserfenster die folgende Ausgabe: Traceback (most recent call last): File bscw-4.0.6/pyc21/bs_cgi.py", line 30, in service RuntimeError: cgi/bscw.cgi: No setgid BSCW Release: 011220-1148 · In diesem Fall gehen Sie in das "server/"-Verzeichnis des BSCW-Servers im Homeverzeichnis des Users bscw". Geben Sie hier folgende Kommandosequenz ein: bscw@server> cc -o wrapper wrapper.c bscw@server>./bsadmin chkconfig · Nun sollte der Abruf des obigen URL klappen. Sie erhalten die Seite Benutzerregistierung" und geben hier bitte die Mailadresse ein die Sie weiter oben in der "config.py" eingetragen haben. · An diese Mailadresse wird nun vom Server eine Mail mit weiteren Angaben zur Registrierung versandt. Diese Mail sieht ungefähr so aus:
Die gleiche Mail werden auch später weitere Benutzer des Servers erhalten, nachdem Sie eingetragen wurden. Kontaktieren Sie nun den URL aus Spiegelstrich 3 und tragen Sie in das erscheinende Formular den Benutzernamen ein, den Sie (weiter oben) in die Konfigurationszeile "SERVER_ADMINS" eingetragen haben. Außerdem müssen Sie sich ein Passwort vergeben. | |
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Anschließend melden Sie sich das erste Mal regulär am Server
an und befinden sich nun in Ihrem Homeverzeichnis des BSCW-Servers. Damit haben Sie die grundlegende Installation geschafft und eine vorläufige Evaluationslizenz für 200 Benutzer. Allerdings gilt diese nur 90 Tage. Da dies im allgemeinen nicht ausreicht, gehen wir nun noch daran, uns eine Royalty Free Licence" für ein Jahr zu beantragen. Dazu muss noch eine wichtige Einstellung in der "config.py" vorgenommen werden. Betroffen ist die Variable "SERVER_ROOT". Tragen Sie hier die Startadresse Ihres Webservers ein. Beispiel: Nun können Sie wieder in einem Browser die Admin"-Seite
abrufen. Sie erreichen Sie über den Menüpunkt Optionen" in der
BSCW-Menüleiste. Dort finden Sie dann die BSCW Lizenzverwaltung" mit dem Link Lizenz aktualisieren". Wählen Sie diesen Link aus und fordern Sie auf der Folgeseite eine Neue Lizenz" an.
Abschließend sollten Sie dafür sorgen, dass der BSCW-Serverdienst beim Systemstart sauber gestartet wird und beim Systemstop kontrolliert beendet wird. Dafür kann z.B. das folgende Skript unter "/etc/init.d" platziert werden und wie bei einem System V System in die einzelnen Runlevel eingefügt werden. Unter SuSE 8.0 bietet sich hier der Runlevel-Editor von YaST an.
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| Hier das Skript: | |
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#!/bin/sh .
/etc/rc.config #
The echo return value for success (defined in /etc/rc.config). case
"$1" in
start)
echo -n "Starting BSCW-Server"
startproc -u bscw /home/bscw/server/start_servers
rc_status -v
;;
stop)
echo -n "Shutting down BSCW-Server"
startproc -u bscw /home/bscw/server/start_servers -k
rc_status -v
;;
*)
echo "Usage: $0 {start|stop}"
exit 1 esac rc_exit |
| Als Abschluss sollten Sie noch unbedingt die Garbage Collection" und das Server-Backup" als täglich wiederkehrenden cron-Job installieren. Die zugehörige Anleitung befindet sich sowohl bei der Frauenhofer-FIT als auch in der README-Datei der Distribution. |




