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E-Commerce im Unterricht

Sibylle Teichmann, Johannes-Gutenberg-Schule Stuttgart
  

Eine Einführung in Trends und Unterrichtspraxis

  

1 Motivation

2 Die Bedeutung des E-Commerce in Deutschland

3 Von der elektronischen Information zu digitalen Geschäftsmodellen

4 Digitale Geschäftsmodelle im Internet

4.1 B2C (E-Commerce i.e.S.)

4.2 B2B

4.3 C2C (Consumer Auctions)

4.4 C2B (Reverse Auctions)

4.5 Online Portale und Communities

5 Einzelfragen des eCommerce im Unterricht

5.1 Markt und Preisbildung

5.2 Verbraucherschutz im eCommerce

5.3 Zahlungsverkehr

5.4 Existenzgründung im Internet: Wir gründen Junior-dot.com

5.4.1 Vorüberlegungen

5.4.2 Servicepaket für E-Commerce-Einsteiger

5.4.3 Businessplan

6 Ausblick: When ever you want, where ever you are

7 verwendete Literatur

  
1 Motivation  [zurück zum Artikelanfang]

"Bin schon drin "- dieses Anfangsstadium hat der Allerwelts-Computerbesitzer längst hinter sich gelassen. AOL-Benutzer konnten dank hauseigenem Portal schon früh im Internet einkaufen, aber spätestens seit der Cebit und erst recht seit der Multimedia-Messe ist auf allen Kanälen E-Commerce angesagt: jede Firma wird beschworen, im Internet präsent zu sein und den eigenen Online-Shop zu eröffnen, bevor es zu spät ist, internetfähige Handys, mit denen man z.B. sein Aktienpaket zum richtigen Zeitpunkt verhökern kann, werden für Otto Normalverbraucher als neuestes "Must" angepriesen (W@P-Commerce), selbst im Fernsehen (sic!) werden wir von Hape Kerkeling gedrängt, im Internet an Online-Auktionen teilzunehmen, und Lycos, der schnelle Spürhund, bringt uns zu den abwegigsten Bedarfsartikeln. Mit anderen Worten, es ist mal wieder für uns Lehrer/innen an der Zeit, unsere Schülerinnen und Schüler dort abzuholen, wo die Alltagswelt bereits angekommen ist.

Der folgende Artikel will deshalb nicht die ganze Welt des Internet und des E-Commerce erklären (dafür gibt es eine erkleckliche Anzahl von mehr oder weniger lesbaren Büchern), sondern einen Überblick über m.E. wichtige Aspekte des E-Commerce geben, um dazu anzuregen, das Thema in den Unterricht mit einzubeziehen.

  
2 Die Bedeutung des E-Commerce in Deutschland  [zurück zum Artikelanfang]

Schaut man sich die Statistik an, so steigt die Akzeptanz und der Nutzen des Einkaufskanal Internet:

Waren im Herbst 1996 noch ein Drittel der Internet-Nutzer der Ansicht, dass sich das WWW gut oder sehr gut zum Einkaufen eignet, sind es im Herbst 99 lt. Handelsblatt interaktiv schon 87,3 Prozent, die im Internet einkaufen wollen, nur 12,6% lehnen dies ab oder sind unentschieden. Als größten Vorzug werden die Ladenöffnungszeiten genannt sowie alles, was den Einkauf einfach, schnell und unkompliziert macht. Die Vergleichbarkeit von Preisen wird vor allem von männlichen Usern geschätzt (dies gilt für 61,5% der Männer), bei den Frauen nannten dies nur 53,9% als Vorteil. Bei den Faktoren, die Männer und Frauen davon abhält, das Internet noch mehr zum Einkaufen zu nutzen, nennen 70% die unzureichende Sicherheit des Zahlungsverkehrs und über 60% werden bei der Übermittlung persönlicher Daten von Unsicherheitsempfinden geplagt. Beliebteste Zahlungsweise im Internetshopping ist die Begleichung der Schuld per Rechnung.

Die favorisierten Produkte der deutschsprachigen Nutzer sind Bücher, Computersoftware, CDs und Schallplatten, Fahr- und Flugtickets; Kaufwunsch und -wirklichkeit fallen jedoch auseinander: Während bei Büchern 73,1% der Nutzer übers Internet kaufen würden und immerhin 69,7% dies auch schon getan haben, liegen bei anderen Warengruppen Kaufwunsch und Kaufabschluss weit auseinander: bei Hardware liegt der Kaufwunsch bei 45,3%, aber nur 34,7% haben tatsächlich gekauft. Bei Fahr-/Flugscheinen (58,5% vs. 24,6%) liegen die Zahlen noch weiter auseinander, auch beim Kauf von Zeitungen und Zeitschriften (33,7% vs. 20,9%), im Bereich Kleidung und Mode (17,9% vs. 14,4%) sowie bei Veranstaltungs-/und Eintrittskarten (47,9% vs. 11,9%), Videofilmen (32,9% vs. 11,8%) und Reisen (40,9% vs. 11,2%) sieht es nicht anders aus.

Neben dem reinen Kaufen nach Online-Katalogen haben - durch die Berichterstattung in der Presse und Marketinginvestitionen der Auktionsanbieter - Online-Auktionen und Smart Shopping (mehrere Käufer schließen sich zusammen, um günstige Preise zu erzielen) in kürzester Zeit einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erreicht: fast 90% der deutsprachigen Nutzer kennen Online-Auktionen, ein Drittel der Nutzer (Zahl vor einem Jahr: 18%) besucht heute Online-Auktionen regelmäßig oder gelegentlich; dort gekauft haben 13,8% mehrfach, 6,4% einmal; aus dieser neuen Form des Einkaufserlebnisses ziehen nur 15,8% den Nutzen reinen Unterhaltungswerts. "Schnäppchen machen" wird beim Besuch von Online-Auktionen am häufigsten genannt (40,4%), selbst etwas versteigern tun immerhin 33,1% der Nutzer (Quelle: Handelsblatt interaktiv, Handelsblatt Internet-Trend I/2000: die wichtigsten Trends und Zeitreihen der WWW-Benutzer-Analyse W3B).

Laut Süddeutscher Zeitung hat jeder 3. Deutsche schon etwas online bestellt. Damit liegen die Deutschen in Europa auf Platz 1 vor den Briten. Und wenn die Prognose stimmt, dass in Deutschland 10mal soviel Warenwert umgesetzt werden sollen wie 1999, also 120 Milliarden DM, so ist dies ein gewaltiger Zuwachs - Grund genug, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

  
3 Von der elektronischen Information zu digitalen Geschäftsmodellen   [zurück zum Artikelanfang]

Vor dem Zeitalter des E-Commerce hatten Internetauftritte von Firmen eher die Funktion, auf die Firma aufmerksam zu machen und für das Firmen-Image zu werben. Die Homepage einer jeden Firma auf der Höhe der Zeit wies in etwa die gleichen Inhalte auf: Ein gediegener Internetauftritt mit kurzem Unternehmensprofil, den Haupttätigkeiten innerhalb der Branche und einigen Referenzen sowie Informationen über Führungsmannschaft und Mitarbeiter/innen der Firma samt deren Firmenphilosophie sollte uns die Fortschrittlichkeit der Firma vermitteln, eine Adresse mit Telefonverbindung (die E-Mail-Adresse hatte eher symbolischen Charakter) forderte einen auf, bei weitergehenden Informationswünschen oder Geschäftsbeziehungen den persönlichen Kontakt zu suchen und/oder sich unverbindlich den Produkt-Katalog zuschicken zu lassen (so sehen übrigens auch die meisten Schulhomepages aus!). Neben der elektronischen Information über Einzelfirmen fanden sich bald sogenannte elektronische Gelbe Seiten, wo ganze Ortschaften oder Regionen mit ihren Produkten und Gewerbetreibenden für sich im Netz warben - immer noch weit davon entfernt, ein Produkt oder eine Dienstleistung elektronisch zu verkaufen.

Erst einzelne Internet-Pioniere wie Amazon, der erste elektronische Buchhandel, bei dem man Produkte übers Internet ordern konnte, zeigten, wie digitale Geschäftsmodelle funktionieren könnten und wo ihre Chancen und Schwierigkeiten zu suchen sind. Dazu führt der Economist in seiner Analyse über E-Commerce aus, dass offensichtliche Chancen/ Vorteile (gains) sowohl darin liegen, dass die Betriebskosten eines Ladens drastisch gesenkt werden können, da nun wesentlich geringere Kosten daraus erwachsen, große Flächen für die Präsentation von Gütern (hier: Bücher) sowie hohe Präsenzbestände bei geringer Umschlagsgeschwindigkeit vorzuhalten. Der Zwischenhandel fällt weg und die Verteilung der Ware wird billiger, weil die einzelnen Orders direkt zum Großhändler oder Produzenten gehen und abgewickelt werden. Außerdem ist bei einem Onlinehändler, der seine Rechnung bei seinem Lieferanten erst begleichen muss, wenn der Kunde schon vorher online bezahlt hat, das vorgehaltene Kapital gering (kaum Cash-Flow-Risiken!).

Darüber hinaus können durch die bessere Datenerhebung im Internet ("Beobachten statt Befragen!": welche Seiten werden besucht, wie lange war man dort, welche Banner wurden angeklickt ....) die Kosten für Transaktionsanbahnung/Werbung und für Posttransaktion/Kundenbindung reduziert werden: der anonyme Kunde wird zum persönlichen Kunden. One-to-One-Marketing wird möglich, d.h. es werden diejenigen gezielt beworben bzw. diejenigen angesprochen, die an den jeweiligen Produkten auch tatsächlich Interesse haben. Außerdem wird auch die sogenannte "Massenindividualisierung" erleichtert, d.h. ein Produkt kann auf Abruf an die individuellen spezifischen Kundenwünsche angepasst werden, teilweise indem der Kunde bestimmte Eigenschaften anfordert, teilweise indem der Verkäufer durch die Kenntnis des Kunden bestimmte Eigenschaften von sich aus vorkonfiguriert (beispielsweise wie beim Auto- oder Computerkauf per Internet: man kann sich die Ausstattung, Farbe, Extras etc. nach seinen persönlichen Wünschen zusammenstellen und auch sofort den geforderten Preis sehen).

Keine Auktion, kein Laden in der physikalischen Welt bietet die Möglichkeiten, so zielgerichtet so viele interessierte Kunden jenseits von Zeit und Raum zu versammeln - mit einer Webseite, die weltweit paßt (oder mit geringem Aufwand angepasst werden kann, z.B. Mehrsprachigkeit), mit der man weltweit wachsen kann ohne oder nur mit gering steigenden Kosten. Überhaupt wird Verkaufen durch das Internet verändert: Hatte früher ein Unternehmer die Wahl, mit seinem Sortiment entweder groß, aber anonym zu werden oder aber klein und familiär mit individuellen Vorlieben zu bleiben, so schließt sich das heute keineswegs aus, denn drei maßgebliche Faktoren sind heute für den Shopbesitzer entscheidend: Reichweite (potentielles Marktvolumen), Reichhaltigkeit des Angebots (zielgruppenangepasster und individualisierbarer Service), affiliation (Reaktionsfähigkeit und -geschwindigkeit auf Kundenwünsche). Erfolgreicher Service und Handel im Internet bieten damit dem Kunden einen neuen Deal an: Informationen bzw. Transparenz gegen besseren Service und maßgeschneiderte Produkte.

Dieser neue Deal mit dem Kunden stellt sich natürlich nicht von selbst her, sondern nur dann, wenn der E-Commerce-Anbieter in der Lage ist, eine Reihe von Problemen und Herausforderungen zu meistern: Auf der Kostenseite macht sich bemerkbar, dass es ein Unterschied ist, ob man nur eine Informationsseite publiziert, bei der es kaum stört, wenn sie ab und an abgeschaltet ist, oder ob man rund um die Uhr eine 99,9% Verfügbarkeit garantieren muss, bei der zudem sichergestellt wird, dass eingeleitete elektronische Transaktionen auch abgeschlossen werden können (nichts ist schlimmer wie ein voller Einkaufskorb, der nicht mehr als Bestellung abgeschickt werden kann, oder sogar dass die Bestellung abgeschickt wird, aber nicht in der Auftragsabwicklung ankommt!). Darüber hinaus müssen Bestellungen und Kundenfragen laufend bearbeitet werden (eventuell Einrichtung eines CallCenters), Hilfen beim Umgang mit der Software müssen permanent zur Verfügung stehen etc. Oder wie es ein Vorstandsmitglied von Cisco ausdrückte: "Bedenken Sie, dass Sie auch Erfolg haben können!"

Damit verbunden ist auch das "fulfillment"-Problem: Bestellt ist einfach, kann aber auch bald und in ausreichender Menge geliefert werden? Damit die Produktion in der Firma nicht abgekoppelt ist vom bloßen Verkaufen im Internet, geht es nicht nur darum, das Bestellformular selbst ins Internet zu kriegen, sondern insbesondere darum, auch die anhängigen Geschäftsprozesse, das Warenwirtschaftssystem und die gesamte Beschaffungs- und Distributionslogistik mit anzubinden: Die Transportkosten der Produkte sind derzeit noch das größte Hindernis im Online-Verkauf. Die Verteilung funktioniert nicht nach dem alten Warenhaus-Verfahren, wo sich der Kunde um seine eigene Bestellung und die Erfüllung des Kaufvertrags kümmert (Auswählen der Waren, Checkout und Bezahlung an der Kasse, eigenständiger Transport nach Hause, und alles auf eigene Kosten - Zeit und Geld). Auch Lastwagen mit Paletten, die von Warenhaus zu Warenhaus fahren, sind kaum geeignet für Einzelbestellungen und Homedelivery per Internet. So bleibt oft nur Outsourcen an Spezialisten, die schon heute das Geschäft mit dem Privatkunden beherrschen. Allerdings scheint es so, als könnten sich elektronische Supermärkte die teuren Zustellungen zum Kunden leisten, wenn man sie gegen die geringeren Kosten für ein reales Warenhaus (billiger Standort, nur Lager und ca. ein Viertel weniger Personal als im Supermarkt) gegenrechnet.

Ist die Einrichtung eines E-Commerce-Shops noch relativ preiswert, so können die Kosten für den Markteintritt und die Marktdurchdringung ein Vielfaches an Geld beanspruchen. Bei vielen Unternehmen am neuen Markt macht der Marketing-Etat mehr als die Hälfte des gesamten Unternehmensbudgets aus. Deshalb stellt sich für viele Betreiber von Online-Shops immer wieder die Gretchenfrage, ob es besser ist, mit dem Online-Shop eine Nische abzudecken oder den vorhandenen Kunden (neue zu bekommen ist vergleichsweise teuer) möglichst viel verschiedene (möglichst komplementäre) Dinge zu verkaufen: dieses Konzept versucht im Moment Amazon auszudehnen: zuerst Bücher, dann CDs, Autos etc., ist aber auf der Gewinnseite (noch) nicht sehr erfolgreich.

Haben wir uns bisher auf der betrieblichen Betrachtungsebene bewegt, so hat Internet und E-Commerce als neue Infrastrukturen für den Handel und die Distribution von Gütern natürlich auch Auswirkungen auf die übergreifenden Zusammenhänge unserer Volkswirtschaft: Während wir in den letzten 50 Jahren in der Regel feste Beziehungen zwischen Urproduzent, Goßhändler/Zwischenhändler und Einzelhändler und Konsument hatten, so ermöglicht E-Commerce die direkte Belieferung von Haushalten unter Umgehung des Einzelhandels und/oder des Zwischenhandels. Auf der anderen Seite wächst der Bedarf für Vermittlungs-/Brokeragedienstleistungen im Netz, um diese "gestörte" Wertschöpfungskette an denjenigen Stellen zu "flicken", an denen Störungen auftreten, z.B. für die zentralen Fragen: Wie finden sich Angebot und Nachfrage auf einem intransparenten Markt? Wie schaffe ich Vertrauen in flüchtige Beziehungen? An dieser Schnittstelle entstehen z.B. die neuen Internetportale (yahoo) oder andere Dienstleister / Dienstleistungsberufe (InformationBroker, KnowledgeEngineer) häufig in Konkurrenz zu traditionellen Handelshäusern wie myworld von Karstadt, als Agenten und Mittler, indem sie Einkaufsmacht bündeln und als Zertifizierungsinstanz und als neue "Heimat" in der Anonymität des Internet wirken.

Die wahre Revolution des E-Commerce liegt aber in etwas nicht sofort Offensichtlichem: es ist die Möglichkeit, andere Preisbildungsmechanismen zu erzeugen, Preis- und Produktvergleiche zu ermöglichen sowie verschiedene Arten von Transaktionen stattfinden zu lassen. Zwei Dinge machen dies möglich: Zum einen bietet das Internet ein perfektes Medium, Käufer und Verkäufer aus aller Welt zu versammeln (z.B. etoys.com als Internet-Konkurrent des weltweiten Filialisten ToysRUs oder www.ebay.com mit seinen regionalen und lokalen Abkömmlingen ebay Deutschland und ebay City). Zum andern bietet das Internet einen exzellenten Weg an, Preise zu vergleichen und Informationen zu sammeln (z.B. über neue Produkte oder über gegenwärtige Gebote). Produkt- und Preisvergleich können seit der Entwicklung von "shopping bots" noch einfacher gemacht werden. Webseiten wie Mysimon.com und DealPilot.com ermöglichen Käufern, schnell Produkte, Preise und die Verfügbarkeit zu überprüfen. Dabei wird aber den niedrigsten Preisen nicht automatisch der Vorzug gegeben. DealPilot.com stattet User mit einer Software aus, die sie automatisch über die bestverfügbaren Preise der Produkte informiert, nach denen er sucht. Shopping- Agenten beurteilen auch, wie gut ein Produkt funktioniert. Frictionless.com bietet ein elektronisches Äquivalent eines gut informierten Shop-Assistenten. Käufer elektronischer Waren können diese Technologie benutzen, um Produkte nach den Kriterien ihrer Wahl gegeneinander zu bewerten, wie z.B. einfache Bedienbarkeit vs. Service-Qualität. Dies wird im Moment für verschiedene Produktgruppen von verschiedenen Firmen erstellt. Darüber hinaus beraten die großen Portale (AOL, Yahoo) in redaktionierten und geprüften Verzeichnissen ihre Besucher über gute Einkaufsmöglichkeiten via Shopping-Guides (vgl. hierzu ausführlich The Economist 26.2.2000).

Wenn wir also heute über E-Commerce reden, dann nicht nur über die Einrichtung eines Shops zusätzlich zu den traditionellen Internet- auftritten, sondern über neue Geschäftskonzepte, die durch und im Internet erst möglich werden. Dabei geht es um einen ganzheitlichen Ansatz, der erstens die Logistik von Beschaffung (Procurement) und Distribution (Delivery) von Information, Produkten und Diensten oder Zahlungen über Telefon, Computer oder ähnlichem unter dem Aspekt der Kommunikation umfasst (Multichannel). Von der Business-Perspektive her ist E-Commerce die totale Anwendung (application) von Technologie in Richtung Rationalisierung und Automation von Business-Transaktionen und Workflow / Geschäftsprozessen. Von der Dienstleistungsperspektive ist E-Commerce ein Werkzeug, das das Verlangen von Firmen, Konsumenten und Managern anspricht, Servicekosten zu senken, während die Qualität der Waren und die Geschwindigkeit Services zu liefern gesteigert werden kann oder soll. Aus der online-Perspektive stellt E-Commerce die Fähigkeit dar, Produkte und Informationen über das Internet online, d.h. unabhängig von Zeit und Raum zu kaufen und zu verkaufen (vgl. ecommerce-Magazin 4/2000).

  
4 Digitale Geschäftsmodelle Im Internet  [zurück zum Artikelanfang]

Wie bereits angedeutet, geht der Einfluss des Web im Handel heute weit über den bloßen Bestellvorgang hinaus. Denn übers Web werden beispielsweise nur 2,7% aller Autos gekauft, aber 40% der Käufer haben schon vorher das Web z.B. bei Preisvergleichen oder Modellrecherchen vor einer Kaufentscheidung aufgesucht. Viele Anbietermärkte werden sich dadurch zu Käufermärkten (weiter) verwandeln, die Interessen der Käufer werden zunehmend Produkt- und Serviceangebote bestimmen.

Die Bedeutung des E-Commerce geht aber weit über den Endkonsumentenmarkt hinaus: Nicht nur Privatleute kaufen im Internet (b2c: business to consumer, Bsp. Amazon, Buchverkauf), sondern auch Firmen untereinander nutzen die weltweiten Chancen über den lokalen Markt hinaus und die Preistransparenz: das derzeit größte Volumen im E-Commerce nimmt der Handel zwischen Firmen ein (b2b: business to business), insbesondere wird die Zulieferung für große Firmen wie z.B. General Electrics schon nahezu vollständig über das Internet abgewickelt. Unter das Segment c2b (consumer to business) fällt, wenn z.B. mögliche Passagiere Gebote für Flugtickets bei Priceline.com abgeben und die Fluggesellschaft entscheiden läßt, ob sie diese Gebote akzeptiert ("reverse auction"). Am bekanntesten sind jedoch Konsumenten-Auktionen, wo jedermann an jedermann verkaufen kann, wie bei ebay.com oder qxl.de, also dem Segment c2c (consumer to consumer). Zum besseren Verständnis dieser Kategorien werden diese nachfolgend kurz charakterisiert und mit Beispielen unterlegt.

4.1 B2C (E-Commerce i.e.S.)  [zurück zum Artikelanfang]

Online -Shoppen mag zwar nicht die soziale Funktion des Einkaufens ersetzen ("kollektiven Erlebniskauf"), auch nicht das Herumstöbern oder das lockere Suchen (serendipity), auch werden weniger Impulskäufe getätigt (z.B. Süßigkeiten an der Kasse!), die z.B. beim Besuch eines Shopping-Center entstehen. Viele Kunden äußern die Ansicht, dass Online-Shopping für sie eher zur Wiederbeschaffung einer Sache geeignet ist als für Neukäufe, eher für kleine, leichte Waren als für schwere und unhandliche Güter wegen des Zustellproblems. Allerdings wird es ungeeignete Güter für den Verkauf übers Internet aber vermutlich nicht geben (es werden sogar Steaks und Schweinehälften übers Web verkauft) - auch Katalogversender in der Bekleidungsbranche wie Eddie Bauer und Land's End, aber auch Markenartikler aus der Haute Couture verkaufen über das Internet, dabei helfen Links zu CallCentern, sich direkt persönlichen Rat zu einzelnen Waren zu holen.

Wenn auch in Studien düstere Prognosen für den Internethandel abgegeben werden nach dem Motto "die Goldgräberstimmung ist vorbei" und viele E-Commerce-Unternehmen aufgrund wackeliger Finanzierungskonzepte und steigender Konkurrenz bis 2001 wahrscheinlich vom Markt verdrängt werden (nach c't 10/2000), siehe die Pleite von boo.com, so führt der Economist dennoch drei Gründe an, warum Internethandel wichtig ist:

Zum einen, weil er zwar in seiner absoluten Gesamtheit bisher am gesamten Endverbrauchermarkt nur einen geringen Anteil ausmacht, aber momentan wegen der Kostenersparnis und der Vorteile rasant wächst (s.o).

Zum zweiten, weil er eine kritische Masse bildet: in vielen Bereichen von Einzelhandel und Handel nimmt der Internethandel nur ein paar Prozentpunkte des Markts, was aber einen großen Effekt haben kann: im Reisegeschäft sind die Margen so gering, dass ein Verlust von 3-5% des Marktes an das Internet eine ganze Anzahl von traditionellen Reisebüros vom Markt zu fegen droht (in den USA gab es 1999 schon 2% Online-Durchdringung des Reisemarkts).

Und drittens weil es für traditionelle Handelsmarken, die einen starken Namen und enge Kundenbindung haben, bisher außerordentlich schwer ist, online zu gehen. In Zukunft wird man aber davon ausgehen, dass immer mehr dieser "brick & mortar"-Firmen in neuem Gewand als "click & mortars" in das Geschäft im Internet einsteigen werden.

Der Economist geht davon aus, dass der Bereich Online-Kaufen auf Dauer grösser wird als der Katalogverkauf - der in den Anfängen auch schlecht war - weil es sehr viel schneller ist und bequemer ist: die Shopfassade (shopfront) kann sich von Minute zu Minute ändern, Bestellungen können sofort getätigt werden und technologischer Wandel wie schnellere Verbindungen und andere Geräte, z.B. Mobiltelefone, wird es noch einfacher machen den Zugang zu Webseiten zu verbessern, und die neuen Möglichkeiten von Auktionen über sofortige Preisvergleiche bis hin zu Shopping-Robots usw. machen das Online-Shoppen billiger und oft unterhaltsamer als in der Realwelt. Zwischenhändler und Makler werden ihre Rolle neu definieren müssen.

Einzelbeispiele

Immobilienmakler

In den USA werden in den nächsten 3-5 Jahren 85% aller Kaufinteressenten ihre Suche nach einer neuen Eigentumswohnung oder nach Büroraum mit dem Besuch von Immoblilienwebseiten beginnen. Außer virtuellen Touren durch die Immobilie werden detaillierte Informationen über Projekte, Nachbarschaft, Infrastruktur, Anbindung an Verkehrswege gegeben sowie Finanzierungsmöglichkeiten durch Links auf Banken geliefert, die sich auf Immobiliengeschäfte spezialisiert haben. In Online-Kreditverträgen über das datensichere Netzwerk Cyberloan werden Kreditverträge in 30 Minuten abgewickelt und abgeschlossen, wo sonst 3 Tage nötig sind. Über 500 Banken haben sich diesem Netzwerk angeschlossen. Über diese Art ist es auch möglich, Immobilien für Investoren aus Europa und Asien attraktiv zu machen. (www.homes.com). Auch in Deutschland boomt der Online-Immobilienhandel: von der Seniorenresidenz über Auslandsobjekte bis hin zu Fertig- oder Individualhäusern ist alles online zu besichtigen, so dass sich die Zeitschrift Capital genötigt sah, Online-Immobilienhändler einem Test zu unterwerfen. Das Ergebnis der Studie lässt sich unter Capital.de herunterladen.

 
Buchhandel

Das Netz verändert den Buchvertrieb: Der Online-Buchhandel nimmt den Spitzenplatz beim gesamten elektronischen Handel ein. Die vier großen und erfolgreichen Buchhändler sind: amazon.de, buecher.de, bol.de und buch.de. Bestellung ist rund um die Uhr möglich, die Lieferung erfolgt 2 Tage später versandkostenfrei ins Haus; Suchfunktionen nach Autor, Titel, Genre sowie Informationen über Neuerscheinungen, Trends sind vorhanden. Die Anlage eines individuellen Kundenprofils mit aktuellen Informationen für persönliche Lektüre-Vorlieben ist möglich. 

Haushaltseinkauf im Internet

Auch der Haushaltseinkauf ist mittlerweile übers Internet möglich. InternetProfessional testete im Dezember 99 drei große Shops, die in mehr als nur einem begrenzten Zustellbereich, also in mehreren Städten auslieferten (Kaufhof, Myworld, Direktkauf). Ihre Kritik: Zwar sind Waren nicht unverhältnismäßig viel teurer, aber das Sortiment ist lückenhaft: oft gab es weder Eier noch Milchprodukte, insbesondere fehlten Körperpflegemittel und Haushaltsprodukte im Angebot. Dem Vorgang des Electronic-Shopping fehlt es an Erlebniswert, denn es gab keine Fotos der Artikel, die Kaufumgebung war optisch unattraktiv, für keinen Artikel gab es detaillierte Beschreibungen, geschweige denn Angaben über den Inhalt. Auch Bugs wie Nullpreise und falsche Gewichtsangaben kamen vor, die Zahlungsweisen waren nicht up-to-date. Fazit: den realen Supermärkten drohe noch keine Gefahr... (IP 12/99, S. 77 ff). Allerdings erwächst diesen bundesdeutschen Anbietern eine Reihe von lokalen und regionalen Konkurrenten. Laut Stuttgarter Zeitung gibt es seit März in Stuttgart auch ein virtuelles Kaufhaus (www.stuttgart-shop.de), bestehend aus 30 Läden aus verschiedenen Branchen und Lebensmittelhändlern. Bestellt wird online, jeder Händler liefert aber selbst aus, das Ziel ist der gemeinsame Vertrieb. Daneben ist seit Anfang November die Lebensmittelabteilung von Karstadt Stuttgart im Netz, außerdem kann sich der Online-Shopper die per Internet, Fon oder Fax bestellten Lebensmittel vom Zustelldienst Onkel Emma ins Haus bringen lassen. Allerdings vermeldete die StZ, dass es in Stuttgart noch an Nachfragern kranke.

  

4.2 B2B  [zurück zum Artikelanfang]

Mit Kleinaufträgen von ständig wechselnden Endkunden, also b2c, lässt sich bis heute kaum oder nur sehr schwer Geld verdienen, die meisten Online-Händler schreiben daher noch rote Zahlen und werden laut Forrester Research auch bis auf wenige Ausnahmen niemals schwarze Zahlen schreiben (nach c`t 10/2000). Deshalb werden 80% des Internethandels nach Ansicht von Fachleuten auf b2b fallen. Experten der Forrester Group sagen dem Segment b2b je nach Szenario ein Wachstum von heute rund 45 Milliarden $ auf 1,4 Billionen $ bis 2003 voraus. Kosteneinsparungen durch E-Business von bisher jährlich 17 Millionen $, sollen bis zum Jahr 2002 auf 1,2 Milliarden $ ansteigen. (Süddeutsche Zeitung, Beilage zur Cebit).

 
So wird auch für klein- und mittelständische Unternehmen der Druck immer stärker, das Internet in ihre Geschäftsabläufe einzubauen, Internetzugang für jeden Mitarbeiter einzurichten und Präsenz im Netz zu zeigen, aber mit Serviceleistungen. Damit ist der besondere auf den jeweiligen Kunden angepasste Service und damit der Zusatznutzen beim E-Commerce gemeint. Zum Beispiel ist ein Unternehmen darauf spezialisiert, Büromaterialien an Unternehmen zu verkaufen. Alle Produkte der Firma sind online im Katalog, jedes Unternehmen kann direkt im Web ordern. Jedes Unternehmen erhält dazu einen individuellen elektronischen Katalog; eine Datenbank stellt kundenorientiert und formatiert über verschiedene Eingabemasken für jede Firma diesen Katalog zusammen mit den jeweils ausgehandelten Preisen, Konditionen, etc... Beim Bestellen und Abrechnen schließen sich die jeweiligen Warenwirtschaftssysteme kurz.

Deshalb ist es auch für kleine und mittelständsiche Unternehmen nicht einfach damit getan, sich einen B2B-Shop zuzulegen oder sich einer Procurement-Plattform anzuschließen, wie sie derzeit beispielsweise für die Beschaffungsprozesse in der Automobilindustrie (DaimlerChrysler, SAP) aufgebaut werden. Mittelständler, die sich ernsthaft mit dieser Thematik auseinandersetzen, kommen heute kaum mehr darum herum, sich Gedanken über ihr papierloses Unternehmen zu machen (es geht zukünftig nicht nur um das papierlose Büro, sondern auch um die papierlose Montagelinie, das papierlose Lager ...). Statt zeit- und kostenintensiv jedes Dokument dutzendmal anzufassen, zu bearbeiten, weiterzutransportieren, dazwischen Kundenanfragen zu beantworten, dazugehöriges Schriftstück zu finden, zu bearbeiten, wieder in den Ablauf zu integrieren, winkt am Horizont das unternehmensübergreifende und internetbasierte elektronische Dokumentenmanagement. Ziel ist es, Informationen auf Papier erst gar nicht entstehen zu lassen - keine leichte Aufgabe, die nicht nur das eigene Dokumentenmanagement des Mittelständlers umfasst, sondern auch und vor allem seine Kooperationspartner entlang der Wertschöpfungskette.

Ein weiteres Problem ist, dass bisher schon verwendete Software oft nicht ecommerce-tauglich oder zumindest Internet-tauglich ist. Buchhaltung, Warenkatalog und Auftragsabwicklung sind noch nicht so verbunden, dass Aufträge auf einen Rutsch ohne teure und zeitintensive Eingriffe abgewickelt werden können. Zwar bieten die Großen der Branche wie Oracle und andere Standard-Internetschnittstellen, für die vielen individuellen Lösungen muß aber häufig durch teuren und langwierigem Beratungs- und Entwicklungsaufwand eine geeignete Infrastruktur für einen virtuellen Verbund von zwei oder mehreren Firmen hergestellt werden, so dass die Mitarbeiter der beteiligten Firmen tatsächlich per Internet und gesichertem Zugang zusammenarbeiten können. Die Firmen-Internetauftritte der Zukunft werden demnach so aussehen, dass alle Mitarbeiter einer Firma über ein Intranet verbunden sind; die Mitarbeiter haben Zugang zu allen Geschäftsvorgängen für einen Privat- und/oder Geschäftskunden gesammelt am Arbeitsplatz, damit sie gezielt, kompetent und vor allem informiert Probleme, Anfragen und Wünsche bearbeiten können; über Zugangsberechtigungen und gemeinsame Software kann ebenso auf bestimmte Informationen auf den Rechnern der angeschlossenen Partner-Firmen wie Lieferanten, etc. zugegriffen werden; außerdem wird es eine Schnittstelle zu Privatkunden geben; die Shop-Software bzw. der Online-Katalog wird für jede einzelne Gruppe / jeden einzelnen Kunden maßgeschneidert aufbereitet sein.

Für die Zukunft der B2B-Beziehungen wird das Internet jedoch auch klassische Wertschöpfungsketten-orientierte Prozesse zumindest ergänzen: ebusiness-Auktionsplattformen, z.B. www.ricardobiz, flexibilisieren Beschaffungs- und Absatzmärkte und sorgen dafür, dass immer wieder neue Kooperationen entstehen werden. Derzeit bezieht sich dies noch überwiegend auf Standardprodukte und industrielle Überbestände, zukünftig wird man dort auch Personal bzw. Arbeitsleistung (Body-Leasing) ersteigern können, wo immer man man sich gerade aufhält (auf der Plattform versteigern.de kann man per SMS mitbieten: Das Handy piepst bei Ende der Auktion, höherem Gebot oder Verkauf).

Auch die 3. Welt kann vom b2b-Geschäft profitieren: Rohstoff-Lieferungen oder Fertigprodukte können direkt mit amerikanischen/europäischen Weiterverarbeitern oder Endabnehmern abgewickelt werden (Bsp. Maisplantagen-Besitzer in Zimbabwe und Feinkosthersteller in München), das erspart Zeit und Geld, umgeht Vertriebskanäle, die bisher fester Bestandteil der Lieferkette waren: so bleibt für die Dritte-Welt-Länder - natürlich abhängig von den jeweiligen Machtverhältnissen - mehr Gewinn.

  

4.3 C2C (Consumer Auctions)  [zurück zum Artikelanfang]

Online-Auktionen

Nach einer aktuellen Studie mischt jeder 3. deutsche Surfer bei Online-Versteigerungen mit, Tendenz steigend. Es wird alles versteigert, was Abnehmer findet; nicht nur der Unterhaltungswert ist die treibende Kraft, sondern das Bedürfnis, echte Schnäppchen zu ergattern.

Als Prinzip bei den Auktionshäusern gilt: Egal, ob man Mitbieter oder "Versteigerer" ist, zuerst erfolgt eine Registrierung beim Internet-Auktionshaus. Verkäufer tragen die exakte Beschreibung des Auktionsguts in den virtuellen Katalog ein und legen den Mindestpreis fest. Käufer durchforsten das Warenangebot und feilschen per Mausklick. Ist der Handel perfekt, werden Bieter und Anbieter informiert, den Versand und die Bezahlung regeln die Partner untereinander. Eine geringe Gebühr fällt für Bieter und Anbieter je nach Auktionsanbieter an.

Das bekannteste ist hier derzeit eBay.com bzw. ebay.de, das sich vom einstigen Online-Flohmarkt heute zu einem der größten Internetunternehmen entwickelt hat - übrigens eines der wenigen echten Internet-Unternehmen mit glänzend schwarzen Zahlen (Umsatz letztes Quartal 1999 1,8 Milliarden). Auf dem deutschen Markt tummeln sich darüber hinaus sicherlich noch weit mehr als ein Dutzend seriöse Anbieter wie ricardo.de (450 000 Mitglieder), Andsold.de, Offerto.de, Primus-Online.de mit ständig steigenden Nutzerzahlen

Die Macht der Auktionsdienste liegt in ihrem Netzwerk-Effekt: je mehr Leute sie benutzen, desto nützlicher sind sie. Auch ein Gerichtsurteil, in dem die Online-Auktionen den "normalen" Auktionen nicht gleichgestellt wurden, wird die Online-Auktionshäuser nicht vom Markt verschwinden lassen (Rücktrittsrecht). Deshalb ermöglichen Diensteanbieter wie ebay, um ernsthafte Angebote zu gewährleisten und Vertrauen zwischen den Partnern zu steigern, Steigerer und Versteigerer zu bewerten oder diese in der Konsequenz auch auszuschließen. Vertrauenswürdige Versteigerer (d.h. diejenigen, die schon "geglückte Versteigerungen" bei ebay hinter sich gebracht haben) erhalten eine Markierung (Sternchen). Zahlung auf Treuhandkonten (bei hohen Summen) gewährleisten eine faire Abwicklung des Geschäfts für beide Partner.

  

4.4 C2B (Reverse Auctions)  [zurück zum Artikelanfang]

Modell ist die "umgekehrte" Auktion: Private Bieter stellen ihre Preise für ein gewünschtes Gut oder einen Service z.B. Flüge ins Netz und überlassen es den Fluggesellschaften zu akzeptieren oder zurückzuweisen. Priceline.com weitet sein Modell im Moment auch auf Hotelzimmer, Autos und den Lebensmittelhandel aus. Ziel der Auktionsseite NexTag.com ist laut Gründer die Überwindung des "deadweight loss" in den Anbieter-/Nachfragekurven, die durch fixe Preise verursacht werden. Dort nennen Bieter die Preise, können sie aber laufend korrigieren, Käufer können sie akzeptieren oder zurückweisen oder sogar gegenbieten. Also eine kontinuierliche Kauf- und Verkauf-Aktion („dynamic trade"), die sowohl Verzögerungen vermeidet, die in Ebay und Onsale hineingebaut sind, als auch die Inflexibilität und Geheimniskrämerei von Priceline. Perfect.com geht einen Schritt weiter und bezieht in die Auktion Zustellung und Customerservice als weitere Dimension mit ein. Ein weiteres Konzept (Accompany.com; Mercata.com) geht vom Ansatz der Käufermacht aus: Diese Webseiten sammeln Käufer, um die besten Preise zu erzielen (vgl. Großkundenrabatt). Dies ist für solche Käufer geeignet, die Zeit haben und auf das Produkt warten können, aber eher preissensitiv sind (many-to-many-offering, statt one-to-one wie Ebay oder one-to-many wie Nextag). Das mag zwar alles derzeit noch etwas kompliziert klingen, aber auch fast alle deutschsprachigen Anbieter sind derzeit dabei, ihr Auktionsspektrum im o.g. Sinne auszubauen, und das beste ist, man probierts einfach aus!

 

4.5 Online Portale und Communities  [zurück zum Artikelanfang]

Online-Handelsplätze

Surfen ist out, Portale sind in: Immer mehr Internethits konzentrieren sich auf immer weniger Seiten. Der Kunde will nicht mühsam nach Produkten fahnden, sondern gezielt geführt werden oder auf seine Gesuche eine Antwort vom Verkäufer erhalten.

Bei www.webtradecenter.de werden Produkte und Preise von 25000 Fachhändlern der Informationstechnologie-Branche gebündelt. Der Trend geht auch im elektronischen Handel zu Portalen bzw. Einkaufsplattformen, die ein ganzes Warensortiment unter einer Webadresse zusammenfassen. Angeschlossene Firmen zahlen Mitgliedsgebühr. Auch Kleinbetriebe und Privatpersonen können Schnäppchen ergattern. Nach der Ausschreibung werden die Angebote in nach Preisen sortierten Listen gesammelt; nach der Entscheidung wird ein Bestellformular ausgefüllt und dieses per Mail oder Fax verschickt, die Auftragsbestätigung erhält der Kunde per Mail, die Zahlung erfolgt über Rechnung oder Nachnahme. Vivendo, Tiscon (Portalanbieter) finanzieren ihr Angebot über Umsatzprovisionen, wer bei Newtron sucht, muß 50 DM zahlen, der Anbieter pro Gebot nochmals 4 Mark.

Der Vorteil dieser Portale liegt darin, dass wenig Zeit für Produktausschreibung nötig ist und die Angebote kostenlos sind; der direkte Zugang und die Markttransparenz verschaffen einen schnellen Preisvergleich. Neben der Aufbereitung aller Produktkataloge gibt es oft zusätzliche Serviceangebote wie automatische Preisvergleiche, Statistiken, Marktinformationen und Marketing, einfacher und sicherer kann man derzeit kaum einkaufen.

Gezielt einkaufen: Mittler im Web zwischen Angebot und Nachfrage sind zwei weitere Modelle für Portalstrategien (vgl. z.B. ecommerce-Magazin 4/99, S. 36 ff). Bei dem affiliate Networks-Modell von iMediation handelt es sich um ein Online-Vertriebssystem, bei dem große Handelsunternehmen neue indirekte Vertriebskanäle erschließen, indem sie ein Netz von Subunternehmen, sog. affiliates, aufbauen. Diese "affiliates" vertreiben auf ihren Websites die Produkte des Vertragspartners, sind also Multiplikatoren der Internetpräsenz des ursprünglichen Anbieters. Kunden, die auf einer Website eines "affiliates" ein bestimmtes Produkt kaufen, werden automatisch an den Händler weitergeleitet. Alle weiteren Transaktionen werden über ihn abgewickelt. Der Händler zahlt dem "affiliates" dafür bei Geschäftsabschluß eine Provision zwischen 5 und 15%. Einzelheiten des Vertrages legt der Händler fest. Vorteile sind, dass der "affiliate" die Produkte mehrerer Händler vertreiben kann, von den cross-selling-Effekten profitiert und die Möglichkeit besteht, mit zielgruppengerechtem Online-Marketing (Banner) zu verdienen. Der Kunde kann bei "affiliates" alle Produkte und Preise verschiedener Hersteller vergleichen, die der "affiliate" anbietet. Amazon.de bietet dieses Modell sogar für die private Homepage an.

Das zweite Modell, das Handelsinformationssystem DCI, ist eine Datenbank für Wirtschaftsinformationen als unabhängige Schnittstelle zwischen etablierten Handelsteilnehmern, die Produkt- und Preisdaten aller Hersteller und Anbieter zusammenführt. Über das Zugangsportal www.handelsdatenbank.de (.com) können alle Handelsteilnehmer mit einmaligem Einloggen auf sämtliche Daten im einheitlichen Format zugreifen (samt Adresse, Ansprechpartner, Konditionen, Verfügbarkeit). DCI kanalisiert Kundenanfragen, informiert alle potentiellen Anbieter und gibt Gebote gebündelt und in einheitlichem Format an die Kunden weiter. Finanzierung erfolgt über Mitgliedsbeiträge beider Seiten. Es ist nicht für Jedermann zugänglich.

Die großen b2c Internet-Portale wie Yahoo oder AOL mit Ihren Shopping Guides oder die Internet-Shopping Malls wie shopping24.de oder evita.de bündeln im Kern nur einzelne Shops und legen eine halbwegs komfortable Suchmaschine mit Index darüber. Redaktionelle Beiträge für den HomeShopper zu Themen des öffentlichen Interesses sollen das Shopping-Erlebnis mit "leichtverständlicher und unterhaltsamer" Information anreichern.

Kundenbindung auf diesen Portalen und Shops setzt zunehmend auf die direkte Interaktion mit dem Kunden und zwischen den Kunden. Ganz nach dem Community-Gedanken, bei dem Anbieter und Nutzer sich gegenseitig befruchten und Nutzen schaffen, ist den sog. Business-Communities und Business-Marktplätzen gemeinsam, dass Bereiche eingerichtet werden, in denen sich Gleichgesinnte treffen und austauschen. Um größere Nähe zum Kunden zu erreichen, geht es deshalb nicht nur um Handel, sondern darum, Partner (Produzenten & Konsumenten = ProSumer) zu treffen, sich auszutauschen und neue „Connections" oder „Clubs" zu gründen. Erst so entstehen neue Bindungen und werden bestehende stabilisiert. „Virtuelle Marktplätze benötigen eine abgestimmte Kombination von Content, Community und Commerce", meint Müller-Kästner, von CSC Ploenzke (in Screen 5/2000). Der Content (beispielsweise aus Informationen rund um das Business wie Know-How über Einfuhrbestimmungen, Zollabwicklungen,...) kann eben auch zum großen Teil von den Usern in Foren etc. geliefert werden. Auch Softwarefirmen betreiben häufig Business-Communities: In Foren tauschen sich Kunden über neueste Features und deren Anwendung aus, als Spezialisten geben sie hilfreiche Tipps an gleichgesinnte Kunden: über den so erzeugten Content übernehmen die Kunden einen Gutteil des Service der Firma, und geben ihr gleichzeitig ein Feedback über ihre Produkte (über den Community-Gedanken siehe hierzu ausführlich unsere OnlineNews Nr. 9).

Diese Fähigkeit, Beziehungen im Internet zu managen, neue interaktive Treff- und Orientierungspunkte in der elektronischen Umwelt zu etablieren und eine Plattform für Kunden-/Partnerbeziehungen aufzubauen, wird über den Erfolg und Misserfolg von E-Commerce der Zukunft entscheiden, denn in Zukunft wird von den Usern noch mehr Wert darauf gelegt werden, dort einzukaufen, wo etwas los ist, und das ist eben immer dort der Fall, wo man andere treffen und kommunizieren kann - und das sowohl im B2B als auch im B2C-Bereich und erst recht dort, wo Consumer mit Consumer in direkten Wettbewerb zu kommerziellen Anbietern treten.   

  
5 Einzelfragen des eCommerce im Unterricht  [zurück zum Artikelanfang]

 
Laut einer neueren Untersuchung surfen 21% aller Deutschen bereits im Internet. Für immer mehr Personen wird das Internet und insbesondere E-Commerce zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags im Privat- und Berufsleben. Wenn wir also in den Lehrplänen der beruflichen Schulen vom „mündigen Konsumenten" oder von der Förderung an„Verständnis für unternehmerisches Risiko" sprechen, dann wird es zwingend notwendig sein, unseren Schüler/innen durch Kenntnisse und Fertigkeiten die Kompetenz mit auf den Weg zu geben, um diese Werte im Alltagsleben auch umzusetzen. Damit sind die beiden wesentlichen Bereiche adressiert: Die Schüler/innen in ihrer Rolle als Konsumenten, für die E-Commerce zumindest eine zusätzliche Alternative des Einkaufens ausmacht bzw. ausmachen wird und schon jetzt bei einigen Produkten wie Büchern und CDs einen durchaus respektablen Stellenwert hat, und in ihrer Rolle als Arbeitnehmer/innen, bei denen zumindest ein Gutteil der Arbeitsplätze und Berufsbilder durch die Umwälzungen in der Wertschöpfungskette und in den Tätigkeiten verändert wird ((Zwischen-)Handel, Kundenberatung/-betreuung), so dass zumindest eine theoretische Diskussion kommender Veränderungen im Rahmen des Themas Arbeits- und Berufswelt unserer Schüler angesagt ist. Und wenn in einzelnen Schulen gar Juniorfirmen gegründet werden, warum soll man nicht auch einmal wagen, eine Dependance oder ein Neugeschäft im Internet zu Übungszwecken zu gründen?

Diese Themen sind in also den Lehrplänen der beruflichen Schulen bereits verankert. Meiner Meinung nach bietet es sich deshalb an, E-Commerce im Unterrricht nicht als Extra-Thema gesondert draufzusatteln, sondern die verschiedenen Aspekte in den vorhandenen Wirtschaftskunde- bzw. Gemeinschaftskundeunterricht zu integrieren, respektive im Bereich der HOT-Themen fächerübergreifend zu bearbeiten.

Die folgende Zusammenstellung liefert dabei nur einen Ausschnitt der Möglichkeiten, die sich in der konkreten Unterrichtspraxis ergeben können. Wir stehen hier ja erst am Anfang einer Entwicklung, Medienkompetenz im Unterricht auf breiter Front umzusetzen, und müssen deshalb alle erst unsere Erfahrungen einbringen.

5.1 Markt und Preisbildung

Beim Thema "Der Markt als Koordinator zwischen Angebot und Nachfrage" und "Preisbildung unter Wettbewerb" (LPE Soziale Marktwirtschaft) können alle Anhänger von Adam Smith das Kaleidoskop von Handelsmodellen, das in Online-Auktionen und offenen Handelsplätzen geboten wird, endlich unseren Schüler/innen in nachvollziehbaren und evtl. nacherlebbaren Beispielen nahebringen, theoretisch und praktisch. Das Modell der festen Preise wird hier aufgehoben, die Preise bewegen sich ständig, die Wettbewerber beobachten sich. Das Internet wird in Teilen zum weltweiten Bazar, wo Preise nicht lange fest sind, alle Informationen sofort erhältlich sind und Käufer und Verkäufer ihre Zeit damit verbringen, die besten Deals zu erreichen. Zieht man den Faktor Unterhaltung ab, der bei Online-Auktionen noch eine gewisse Rolle spielt, wird sich zeigen, dass Auktionen eher für bestimmte Produkte passend sind als für andere, z.B. bei neuen Computern, vielgefragten (much in demand) Autos, sämtlichen Second-Hand-Artikeln, Flugzeugtickets und anderem Reise-Service. Allerdings experimentieren die großen Auktionshäuser immer wieder auch mit ganz neuen Dingen, wie der Versteigerung von Dienstleistungen (z.B. der Komplettservice für den Web-Auftritt eines Unternehmens) oder Personalkapazitäten (z.B. versteigert die Nobelberatung Boston-Consulting Beratungsleistungen für Existenzgründer zu Discount-Bedingungen ab 1 DM pro Stunde). Da fast jedes Auktionshaus Versteigerungen ab 1 DM anbietet, kann sicherlich fast jeder zumindest mal gefahrlos mitbieten, solange die Registrierungsvorschriften eingehalten werden (z.B. Volljährigkeit). Blitzversteigerungen, die häufig für weniger als eine Stunde angesetzt sind, kann man auch live im Unterricht mitverfolgen. Doch Vorsicht: erste empirische Untersuchungen zeigen, dass manche Steigerer im Rausch des Steigerns dazu neigen, teilweise sogar mehr als im normalen Laden für bestimmte Güter zu zahlen.

Auf der anderen Seite kann man den Schüler/innen zeigen, dass dynamische Preisbildung Zeit kostet und sich u.a. deshalb mittelfristig feste Preise gleichermaßen für Käufer und Verkäufer bei vielen Dingen besser eignen, z.B. beim wöchentlichen Lebensmitteleinkauf, wo man nicht um den Preis für jeden Teebeutel und jedes Brötchen feilschen will (zur Illustration kann man hier auch die Feilsch-Szene im Film "Das Leben des Brian" verwenden, bei der Brian gezwungen ist, unter Zeitnot - Verfolgung - trotzdem zu feilschen). Interessant ist sicherlich die Überlegung, inwieweit sich die neuen Preismodelle durch elektronische Agenten, die das Zeitproblem auf die Technik verlagern, auf breiter Front durchsetzen werden. Solange mein elektronischer Agent mit dem anderen Agenten die Preisbildung aushandelt, werde ich in meinen sonstigen alltäglichen Verrichtungen nicht gestört. Allerdings gab es auch erste unangenehme Begleiterscheinungen, z.B. bei automatisierten Kauf- und Verkaufsagenten an der Börse, die durch falsche oder schlechte Algorithmen zu Panikverkäufen beim Abschwung neigten.

5.2 Verbraucherschutz im eCommerce  [zurück zum Artikelanfang]

Auch bei den LPE "Grundlagen des Vertragsrechts" (z.B. Kaufvertragserfüllung) und "Verbraucherbewußtes Verhalten" (z.B. AGB) lassen sich gut Beispiele aus dem E-Commerce einarbeiten.

Anhand von konkreten Fällen lassen sich grundlegende rechtliche Fragen für den Online-Kauf behandeln (z.B. welche Form erfordern Willenserklärungen im Internet). Dazu findet man im Netz einfache Zusammenstellungen und längere umfassendere Aufsätze in drucktauglicher Fassung z.B. unter der Adresse www.cybercourt.de (einer Gruppe von Rechtsanwälten, die sich dem Online-Recht verschrieben haben und regelmäßig dazu - für alle zugänglich - veröffentlichen; s.a. Artikel Meinecke).

Des weiteren kann man mit den Schüler/innen Suchstrategien erarbeiten und Recherchen durchführen lassen, um verschiedene Läden und Anbieter zu einem Produkt zu finden. Anhand eines ausgewählten Produktes können die Schüler/innen Produkte und Händler mit ihren jeweiligen unterschiedlichen AGBs, den jeweiligen Service, Preisen, Lieferkonditionen miteinander vergleichen und zu einer Übersicht zusammenstellen, um so Einkaufsentscheidungen besser vorbereiten zu können (besonders einfach geht dies sicherlich bei standardisierten Produkten wie CDs oder Büromaterial, in der nächsten Schwierigkeitsstufe finden sich Beispiele wie gebrauchte Autos mit Händler- oder Werkstattzertifikat; nach oben hin ist die Skala offen z.B. bei Investitionsgütern, wenn die Schule von einem befreundeten Verband oder Unternehmen einen Gast-Account bekommt - probieren lohnt sich!). Als Zusammenfassung lassen sich daraus abgeleitet z.B. allgemeine Tipps von den Schüler/innen erarbeiten, was man beim Online-Einkauf beachten sollte und den anderen Schüer/innen evtl. im Intranet auf einer eigenen Seite zur Verfügung stellen.

In der Zeitschrift Macwelt 3/2000 (S. 118 ff) werden hierzu als Basiswissen neben Ratschlägen zur Browserkonfiguration (Aktivierung der Javaskriptfunktion, dem Zulassen von Cookies, Einsatz eines aktuellen Browsers wegen des Javaeinsatzes und mindestens 13-16MB Arbeitsspeicher) auch allgemeine Tipps zum Verbraucherschutz gegeben wie z.B.

• keinen anonymen Händlern trauen, auf vollständige Adresse bzw. Telefon-, Faxnummer des Händlers achten)

• sind die AGB gut sichtbar aufgeführt oder muss man sich umständlich durchklicken, bis man sie findet

• die Angaben zu Lieferbedingungen und Lieferzeit genau lesen

• ist die Geld-zurück-Garantie und Umtauschmöglichkeit vorhanden?

• prüfen, ob die gewünschte Produktmenge vorrätig ist

• Eilzustellungen (insbesondere aus dem Ausland) vermeiden, weil sie mit hohen Extragebühren belegt sind

• auf sichere SSL-Verbindungen achten (s. Artikel Rieber)

• insbesondere bei Auslandskäufen auf die Lieferbedingungen achten, denn die Lieferkosten sind besonders hoch; Preisangaben in den USA erfolgen ohne Steuern, Mehrwertsteuer muß bei der Einfuhr nach Deutschland gezahlt werden; auf manche Artikel (z.B. Computer, Bücher) wird auch ein Einfuhrzoll erhoben.

Ab Juni 2000 tritt das sogenannte Fernabsatzgesetz in Kraft, es räumt dem Verbraucher u.a. Widerrufsrecht bei Online-Käufen ein. Mit weiteren rechtlichen Regulierungen etwa im Sicherheitsbereich/Kryptografie ist zu rechnen.

Diese Grundlagen können auch gut für die Gründung einer eigenen Juniorfirma im Netz verwendet werden (s.u.), denn auch als Anbieter muss man lernen, zumindest die Grundlagen der Vertragsgestaltung im Internet zu beherrschen.

 
5.3 Zahlungsverkehr  [zurück zum Artikelanfang]

Direkt mit dem obigen Thema Kaufvertrag verbunden ist die Lehrplaneinheit (LPE) Umgang mit Geld. E-Cash ist als Thema im gewerblichen Lehrplan wie auch in der Datenverarbeitung im KBS-Lehrplan ausdrücklich genannt.

Insbesondere in Deutschland krankt der E-Commerce am Vertrauen in problemlose Zahlungsmöglichkeiten übers Netz und der Skepsis, persönliche Daten übers Netz zu schicken. Dass Kartenzahlung nicht sicher ist (egal, ob übers Netz oder nicht, ist nicht neu), hat zwar der Innenminister angeprangert, die Karteninstitute übernehmen jedoch derzeit noch in der Regel den Schaden, wenn Karteninhaber nicht grob fahrlässig handeln. Ein anderes Problem ist, dass beim elektronischen Kauf (übrigens für beide Vertragspartner) unklar ist, wer sich hinter den jeweiligen Adressen versteckt, auch feste Adressen gibt es nicht (im Prinzip kann sich jede/r derzeit problemlos ein Dutzend Email-Adressen bei Providern wie Web.de oder Hotmail zulegen, ohne seine letztendliche Identität gegenüber einem Geschäftspartner offenzulegen. Und diese Email-Adresse ist in vielen Bereichen des E-Commerce die einzige Identifizierungsmöglichkeit, es sei denn, der jeweilige Zugang ist passwortgeschützt und das Passwort wird nur über SnailMail verteilt - und dann gelten alle Sicherheitsmechanismen wie im Katalogkauf, wie Ausschluss von Lieferadressen in sozialen Problemvierteln etc. Für diesen Zweck gibt es extra teure Kontrollsoftware: treffergenau werden hier Häuserblocks aussortiert oder allenfalls gegen Nachnahme beliefert, was man allerdings sicherlich unter dem Aspekt der Stigmatisierung und der Teilhaberrechte am öffentlichen Leben problematisieren sollte. Beide Partner müssen also sicher sein, daß der andere auch derjenige ist, für den er sich ausgibt. Da Vertrauen wachsen muss, ist Vertrauen unter etablierten Geschäftspartnern (also häufig im b2b) eher vorhanden. Das Identifizierungsproblem wird sich erst mit der digitalen Signatur besser regeln lassen.

Neben den "neuen Zahlungsmöglichkeiten" beim Online-Kauf wie Kartenzahlung per SSL, SET, Cybercash und Wallet, elektronischem Lastschriftverfahren und Net900 (s. Artikel..., in dem alle Verfahren ausführlich erläutert werden), sind herkömmliche Zahlungsverfahren auch im Internet üblich: das Lastschriftverfahren, bei dem eine einmalige Gebühr für den Verkäufer anfällt; die Lieferung auf Rechnung, die nach dem Erwerb gezahlt, aber nur bei bekannten Kunden gewährt wird; die Lieferung auf Nachnahme, die mit Auslieferung der Ware bezahlt wird und bei der eine Nachnahmegebühr zwischen 6-10 DM pro Versandvorgang anfällt (und die meist auf den Käufer abgewälzt wird) und bei der keine Prüfung der Ware möglich ist, und schließlich die Vorauskasse.

Am einfachsten ist es, E-Commerce in dieser LPE mit den Grundlagen des Vertragsrechts zu koppeln. Den Schüler/innen kann man leicht den Arbeitsauftrag geben, alle Zahlungsarten, auf die sie bei ihrer Produktrecherche stoßen, zusammenzustellen. Im Rückgriff auf ihr eigenes Vorwissen, evtl. durch Referat und durch Ergänzungen der Lehrkraft, lässt sich so eine kurze Übersicht erarbeiten, die das jeweilige Verfahren knapp beschreibt und ihre Vor- und Nachteile für Käufer und Verkäufer kurz auflistet und bewertet (in der Zeitschrift Internet Professional 1/2000 findet man eine ausführliche schematische Übersicht über alle Zahlungsarten im Web).

5.4 Existenzgründung im Internet: Wir gründen Junior-dot.com   [zurück zum Artikelanfang]

In der LPE 8 des gewerblichen Lehrplans ist die Simulation einer Unternehmensgründung vorgesehen samt Einschätzung ihrer Chancen und Risiken und der Bewertung unterschiedlicher Marketingstrategien. Hier ist es möglich alles (fächerübergreifend) auszuprobieren und zu üben - von der Formulierung einer Geschäftsidee über die Diskussion, Bewertung und Planung des Angebots / Service, der Logistik und der Zahlungsweisen, das Erstellen einfacher Kalkulationen, das Verfassen eines Businessplans, der Präsentation der Ergebnisse, und das alles an einem realistischen Beispiel. Wir haben die Wahl, eine Unternehmung nur im Internet zu eröffnen oder eine Dependance als zusätzlichen Vertriebskanal im Internet zu gründen. Wie weit letztendlich die Simulation geht (wird der geplante Laden im Internet nur im Netz aufgesetzt und daran "geübt" oder werden ernsthafte Geschäfte gemacht, wird u.a. von Schulart, Stellenwert im Lehrplan, Engagement von Schüler/innen und Lehrer/innen abhängen sowie der praktikablen Geschäftsidee. Hier bietet sich an, dass verschiedene Schulen oder zumindest verschiedene Klassen bei dieser Aufgabe im Verbund zusammenarbeiten, z.B. übernimmt eine (kaufmännische) Schule schwerpunktmäßig den Marketing-Teil, eine andere die Präsentation der Waren,... Das verteilt die Arbeit auf mehrere Schultern und nimmt dadurch weniger Unterrichtszeit weg, man kann zusätzliche Schlüsselqualifikationen üben (z.B. Kommunikationsfähigkeit), die Arbeitsweise ist an der Praxis gemessen realistischer (auch dort gibt es Spezialisten für einzelne Arbeitsbereiche) und man kann zusätzlich im Projekt moderne Kommunikationsmittel wie in der Wirklichkeit nutzen (z.B. E-Mail-Dienst für die Korrespendenz, Conferencing-Systeme,...).; auf der anderen Seite wird der Aufwand für gegenseitige Absprachen und gemeinsame Planung natürlich wachsen, aber im Kern ist dies ja auch Teil der Schlüsselqualifikationen.

5.4.1 Vorüberlegungen

Bei einem konkreten Projekt müssen mit den Schüler/innen beispielsweise folgende Vorüberlegungen geklärt werden:

Zuerst sollte man sich Gedanken über das jeweilige Marktsegment machen. Sich Marktnischen zu suchen, ist dabei häufig einfacher und erfolgreicher. Darüber hinaus ist zu klären, wie die Anlaufphase des Shops überbrückt werden soll, denn statt Goldgräberstimmung ist ein langer Atem und ein gutes Konzept gefragt, um finanziell über die Runden zu kommen und potente Kapitalgeber aufzutun. Als nächstes muss man das Geschäftsmodell im Detail festlegen, sich Gedanken über die Kosten für die Präsentation, für die Logistik und das Marketing machen und auf der anderen Seite die Einnahmen kalkulieren, z.B. indem Lizenzeinnahmen, die Umschlagsgeschwindigkeit der Waren oder auch die Zahlungsbereitschaft der Kunden prognostiziert werden... Denn das Geld wird nicht mit den Internetseiten allein verdient, sondern mit dem Geschäftsmodell und der Logistik, die dahintersteht. Bei der Ausführung des Shops kommt es darauf an, dass der Kunde gut informiert sein, bessere Preise als im Laden haben und trotzdem auf kompletten Service nicht verzichten will. Dazu ist ein tolles Webdesign noch lange nicht ausreichend: das Geschäft ist erst gemacht, wenn der Kunde die Ware zufrieden in der Hand hält und vor allem bezahlt hat. Deshalb ist ohne entsprechende Logistik, ohne auf eine Zielgruppe zugeschnittene brillante Geschäftsidee und ohne passendes Servicepaket nichts zu erreichen.

Wenn eine Dependance im Internet als zusätzlicher Vertriebskanal zum eigentlichen Laden eingerichtet wird, ist gründlich zu analysieren, welche Warenkategorien und Warensegmente besonders dafür geeignet sind und welche Substitutions- und Generierungseffekte denn tatsächlich eintreten (wo geht mir traditionelles Geschäft verloren und wo erziele ich neue Verkäufe bei (neuen) Kunden). Zum Erfahrung sammeln sollte man sich auf ausgewählte Produkte beschränken. In der realen Welt ist der Aufbau eines Online-Shops preiswert im Vergleich zu den Folgekosten, die mit der Bestellabwicklung und dem Service-Angebot verbunden sind, vom Arbeitsaufwand her gesehen ist ein Online-Shop kein Feierabend-Spaß! Um die richtige Mischung von Service, Mehrwert für den Kunden und eigenen Kosten zu erhalten, ist deshalb Planung nötig und man muß sich die logistische Abfolge der Transaktion klarmachen: Bestellung, Auslieferung an Kunden, Bezahlung und jeden dieser Prozesse möglichst stabil und sicher machen (vgl. im folgenden ausführlich E-Shop-Logistik, Internet Professional 3/2000):

• Bei der Auswahl der Software, sollte man auf einfache und flexible Lösungen für die Integration in bestehende Systeme achten. Eine Webadresse mit eigenem Domainnamen ist besser als eine mit dem Namen des Webhosters). Die Shopsoftware sollte so ausgelegt sein, dass die Menüstruktur mit den angebotenen Produkten übereinstimmt, so dass kein unnötiges Durchklicken erforderlich ist, die Präsentation sollte ansprechend und klar im Aufbau sein. Bei der Auswahl der Shopsoftware sollte man darauf achten, dass je nach Produktart pro Bild unterschiedlich viel Text benötigt wird (z.B. braucht der Text für einen exklusiven Fotoapparat mehr Platz als der für einen DiaFilm). Werbung und Marketing sind sehr aufwendig, statt teurer Banner ist ein Eintrag bei Yahoo und Infoseek allemal besser, außerdem sollte man die Web-Adresse auf gedrucktem Weg verbreiten (Einkaufstaschen, Handzettel, Prospekte, Inserate)...

• Alle Bestellungen müssen schnell abgewickelt werden. Die Zulieferung und die Lagerhaltung muss geklärt werden (Schnittstellen zu bestehenden Warenwirtschaftssystemen oder Datenbanken überlegen!), das Beschwerdewesen organisiert sein, die Buchhaltung geführt werden, die kaufmännische Geschäftsführung eingesetzt werden.

• Bei der Auslieferung an den Kunden hat man es bei immateriellen Gütern (Infos, Software) am einfachsten: kein Transport. Die Software oder die Information erhält der Kunde per Download, bezahlt wird per Rechnung, die Freigabe erfolgt per Schlüssel. Deshalb sind Infodienste und Software auch so preiswert.

Bei materiellen Gütern ist zu unterscheiden, ob der Kunde zur Ware oder die Ware zum Kunden kommt. Bei Tickets oder Reservierungen kann der Kunde zur Ware kommen; deshalb muß man vorher mit dem Kunden abklären, wer das "no-Show-Risiko" trägt (Kunde erscheint nicht; vgl. Handhabung Kinokarten oder Gebühr bei Hotels); das Risiko einer nicht-seriösen Buchung mit falschen Daten ist immer gegeben, deshalb empfiehlt sich ein Rückruf oder eine Faxbestätigung, um das Ausfallrisiko zu minimieren. Geht die Ware zum Kunden, entspricht ein Online-shop einem Kataloggeschäft bzw. einem Haustürgeschäft: Dies führt zu Ausschußware, denn die Kundschaft kann jederzeit die Ware bei Nichtgefallen zurückschicken (Umtausch, Wandlung, Minderung). Die Überwälzung der Versandkosten auf den Empfänger ist häufig nur bei Artikeln möglich, wo der Kunde anonym bleiben will oder bei Spezialwaren, die es nicht an jeder Ecke gibt - schon ein Parkticket in der Innenstadt ist häufig teurer als die normale Versandgebühr. Bei Jedermann-Waren ist es am schwierigsten, denn Verpackung und Versand sind nicht auf die Kunden überwälzbar, da der Laden an der Ecke dieselben Güter sofort liefern kann - ohne Versandtage, aber mit Fußweg.

• Bei der Bezahlung muss man sich überlegen, welche Zahlungsarten geeignet sind (s.o. und Artikel Grupp), nicht nur für die Wirklichkeit draußen, sondern auch für eine praktikable Umsetzung der Unternehmenssimulation (z.B. Verträge mit den Kreditkarteninstitute, 0190er Nummer eines Telefonanbieters, Überwälzung des Zahlungsrisikos an einen Shopping-Mall-Anbieter etc.).

5.4.2 Servicepaket für E-Commerce-Einsteiger

Gerade unter dem Aspekt der Aufwands- und Risikominimierung bietet sich ein Servicepaket für E-Commerce-Einsteiger an. Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, ist ein kritischer Punkt beim E-Commerce das "fulfillment" bzw. das Abwicklungs- und Zustellproblem. Mehrere Unternehmen, z.B. die Deutsche Post in Zusammenarbeit mit IBM, bieten als Gemeinschaftsprodukt für alle Neueinsteiger in den E-Commerce unter dem Label "neuGeschaeft" ein preiswertes Servicepaket an, das

• aus Informationen und Praxiswissen zum Internethandel,

• einem Mietshop zur individuellen Ausgestaltung samt Anbindung an das Logistik-System der Deutschen Post und der Übernahme aller wichtigen Registrierarbeiten

 
• einer aktuell einsehbaren Datenverwaltung samt Orderstatusabruf der Bestellung für die Kunden

• der Zahlungsabwicklung (SSL-Verschlüsselung, Bearbeitung von Kreditkartenbuchungen, Rechnungen, Nachnahmeverfahren...)

• und Warenlieferung (sie werden nach Vereinbarung vom Haus abgeholt und verschickt, Tracking und Tracing ist im Internet einsehbar).

umfasst. Für die Standardausführung (auch eine deLuxe-Ausführung ist vorgesehen) wird eine einmalige Set-up-Gebühr von 899 DM und 199 DM monatliche Grundgebühr verlangt. Als Transaktionskosten fallen abhängig von der Anzahl der Transaktionen Gebühren an (jede 1,99 DM, wobei 50 Transaktionen frei sind). Bei einem so gearteten Service kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren, der Planung, der Erstellung und dem Marketing des Produkts / der Dienstleistung.

Es lohnt sich sicherlich, bei diesen Anbietern nachzufragen, ob eine Unterstützung für die Gründung einer Juniordot.com möglich ist (bei Interesse erhalten Sie den Namen eines Ansprechpartners bei der Deutschen Post per Mail bei privat@sibylleteichmann.de). Vielleicht sponsert ja auch der Förderkreis Ihrer Schule so eine Juniordot.com oder Sie erhalten über einen Projektvorschlag Zuschüsse für Ihre Juniorfirma im Internet (z.B. Landesmittel Zukunftsoffensive Junge Generation / Kultusministerium, Initiative D21, Schulen ans Netz etc.). Als Starterpaket können Sie die Unterlagen der Post für die Kosten-Kalkulation einer simulierten Unternehmung verwenden! (Kontakt: neuGeschaeft, Postfach 1263, 63748 Alzenau)

5.4.3 Businessplan

Verfolgt man Diskussionen, Prognosen und Szenarien zur Zukunft der Arbeit, so ist es nicht nur innerhalb des unterrichtlichen Rahmens einer Unternehmenssimulation, sondern auch für die zukünftige Lebenssituation unserer Schüler/innen sinnvoll, sich mit dem Gedanken der Selbständigkeit auseinanderzusetzen. Als zwingende Voraussetzung, um überhaupt an irgendwelche Kredite oder Fördermittel zu gelangen, ist immer ein sogenannter Businessplan erforderlich. Dessen Überzeugungskraft entscheidet in der Regel über die Gewährung irgendwelcher Finanzmittel. Das Erstellen- und Formulierenkönnen eines Businessplans sollte somit zu den grundlegenden Techniken gehören wie das Schreiben eine Geschäftsbriefes. Zu Übungszwecken (z.B. in fächerübergreifendem Unterricht Deutsch / Wirtschaftskunde) - wenn keine Unternehmenssimulation mit Geschäftsidee ansteht - lässt sich ein Businessplan auch zu einem schon bestehenden Unternehmen bzw. Unternehmensteil verfassen, die Informationen dazu kann man aus Fachzeitschriften, Expertenbefragung, etc. einholen oder im Wirtschaftskundeunterricht erarbeiten und den Rest plausibel "erfinden" lassen. Jüngere bzw. weniger berufsspezifisch vorgebildete Schüler/innen könnten einen Businessplan auch zu einer erfundenen Dienstleistung (z.B. der kommerziellen Planung und Durchführung von Schulfesten oder Tagen der Offenen Tür,...), der Produktion und Vermarktung eines "Scherzartikels" oder einem (in der Schulwerkstatt) selbst gefertigten Produkt verfassen. Die Grundregeln eines Business-Plans sind aus dem E-Commerce Magazin 4/2000, S. 62 entnommen (vgl. auch cyberone.de: How to write a BusinessPlan zum Runterladen):

1. prägnante (auch ohne Vorkenntnisse verständliche) Zusammenfassung der Geschäftsidee, bis max. 2 Seiten. Sie ist Prüfstein für die Investoren, ob sich die weitere Lektüre lohnt (executive summary)

2. der Entwicklungsstand des eigenen Produkts in anschaulicher Form, der Kundennutzen des Produkts oder der Dienstleistung

3. der Werdegang / die Qualifikation des Unternehmerteams; wie werden Defizite in der Erfahrung / der Qualifikation ausgeglichen? (Praxis,...)

4. Markt und Wettbewerb: Marktvolumen, -anteile, -potentiale-, -segmentierung; Zielgruppen; der eigene Wettbewerbsvorteil

5. Marketing, Vertrieb: Strategien für das Produkt; Preis, Absatz, Umsatz (Abschöpfungsstrategie vs. Penetrationsstrategie), Vertriebskanäle, Vertriebsform, Promotion

6. Geschäftssystem und Organisation: Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten der Teammitglieder, Standorte, was wird zugekauft vs. selbst hergestellt, Partnerschaften, Allianzen

7. Realisierungsfahrplan: Fünfjahresplanung mit klar definierten Arbeitspaketen und festen Meilensteinen, Schwerpunkt der Personal- und Investitionsplanung (Realisierungsverlauf in Schaubildform, Meilensteine, Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen den Arbeitspaketen)

8. Chancen und Risiken: verschiedene Entwicklungs- und Ausstiegsszenarien, Best- und Worst-Case-Szenario

9. Finanzplan und Finanzierung: Finanzbedarf und Quellen, Plan-, GuV-Rechnung, Liquiditätsplanung, Planbilanz, Voraussagen über 3-5 Jahre, für die ersten 2 Jahre detailliert

  
6 Ausblick: When ever you want, where ever you are  [zurück zum Artikelanfang]

Fernsehen und Internet wachsen zusammen. Durch Settop-Boxen wird das Internetsignal aus der Telefonleitung in ein fernsehtaugliches Signal umgewandelt, so wird der Fernseher zum Internetmedium. Microsofts Web-TV in USA führt nach MS-Angaben bereits 750000 Nutzer ohne PC via Fernsehen zum Shoppen, Mailen und Surfen ins Internet (Süddeutsche Zeitung Nr. 44, 23.2.2000, Beilage zur Cebit). Der Wunsch nach mehr Umsatz führt Internet und Telefonie per WAP- und Voice-Commerce (InternetCallCenter) zusammen. Wenn es im Moment auch noch ein wenig dröge ist, via Handy zu surfen - erinnert an den alten btx-Dienst - und man auf bessere Übertragungsgeschwindigkeiten und den Multimediastandard warten muss (UMTS), so wird man doch in Zukunft zu jeder Zeit und überall per Handy online einkaufen können. Im Moment gibt es nur wenige sinnvolle Anwendungen: neben ein paar Informationsdiensten (Wetter-, Staumeldungen) kann man seine Aktienpakete verhökern ... es gibt ja auch derzeit bereits mehr Aktionäre als Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland (und das trifft sicher auch auf die Verteilung unter den Lehrer/innen zu).

  
7 verwendete Literatur:  [zurück zum Artikelanfang]

• The Economist vom 26.2.2000

• E-Commerce-Magazin 1/2000

• E-Commerce-Magazin 4/2000

• Beilage der Süddeutschen Zeitung zur Cebit 2000

• Internet Professional 12/1999

• Internet Professional 3/2000

• Internet Professional 4/2000