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RealServer bei BelWue

Rudolf Arnold, Valckenburgschule Ulm

Speicherung und Abruf einer RealSystem-Präsentation bei BelWue

  

Einleitung
In den Artikeln über die Erstellung verschiedener RealSystem-Präsentationen wie Audio, Video, SMIL und Liveübertragungen wurden verschiedene Möglichkeiten zur Speicherung und zum Abruf der Multimediapräsentationen benutzt. Ziel dieses Artikels ist es, die beiden grundlegenden Möglichkeiten aufzuzeigen, solche Präsentationen bei BelWue abzuspeichern und abzurufen. Außerdem soll auf mögliche Einschränkungen bei einer der beiden Methoden eingegangen werden. Es wird vorausgesetzt, dass Begriffe wie URL, HTTP, Protokoll etc. geläufig sind.

  

Die Benutzung von HTTP und RTSP in URLs
Eine RealSystem-Präsentation, die von einem RealServer G2 aus abläuft, muss über die Protokolle HTTP (Hyper Text Transfer Protocol) und RTSP (Real Time Streaming Protocol) angesprochen werden. Bei den meisten Internetseiten beginnen die sogenannten URLs (Unified Resource Locator) mit http:// . Hier kommen nun zusätzlich URLs der Form rtsp:// hinzu, die speziell für „Streaming Media“ entwickelt wurden. Wenn man eine RealSystem Präsentation zusammenstellt, ist es wichtig zu wissen, welche URL mit http:// und welche mit 
rtsp:// beginnen muss.
rtsp:// wird in URLs benutzt, mit denen der RealPlayer G2 Clips von einem RealServer G2 anfordert. Ein Web-Server kann mit rtsp:// nichts anfangen. Deshalb kommen URLs dieser Art auch nur in SMIL-Dateien (*.smil oder *.smi) bzw. in sogenannten ram-Dateien (RealAudio Metafiles *.ram oder *.rpm) vor.
Liegen die Medienclips dagegen nicht auf einem RealServer G2, sondern auf einem gewöhnlichen Web-Server, so enthalten auch die SMIL- und die ram-Dateien nur URLs, die mit http:// beginnen.
Unabhängig davon, ob die Clips auf einem RealServer G2 oder einem Web-Server liegen, beginnen die URLs innerhalb von Web-Seiten (*.htm oder *.html) prinzipiell mit http://, da weder Web-Server noch Web-Browser mit dem Protokoll RTSP etwas anfangen können. rtsp:// kann dagegen nur vom RealServer G2 und vom RealPlayer G2 interpretiert werden.
Anhand von zwei Beispielen soll jetzt gezeigt werden, wo genau http:// und wo rtsp:// zum Einsatz kommt.

  

Speicherung der Clips auf dem Web-Server bei BelWue
Der Web-Server soll im vorliegenden Beispiel unter http://www.vbs.ul.bw.schule.de angesprochen werden und die Präsentation soll im Verzeichnis /audio liegen. Wird eine Präsentation über einen Link auf der Web-Seite angewählt, so soll der RealPlayer automatisch gestartet werden. Deshalb muß auf dem Web-Server eine sogenannte Metadatei (*.ram oder *.rpm) gespeichert sein, auf die über den Link verwiesen wird. Das folgende Diagramm soll die Abläufe im einzelnen erläutern.

     
Webserver
  

1. 
Der Browser fordert vom Web-Server die *.ram-Datei an. Dies geschieht auf der entsprechenden HTML-Seite über einen Hypertext-Link, z.B.  <a href=“http://www.vbs.ul.bw.schule.de/audio/oboe.ram“>...</a>

  

2. 
Der Web-Server schickt die *.ram Datei oboe.ram an den Browser. In der *.ram-Datei ist nun die komplette URL der eigentlichen Präsentation (z.B. oboe.smi) gespeichert. D.h. in oboe.ram  muss die Zeile 
 http://www.vbs.ul.bw.schule.de/audio/oboe.smi stehen.

  

3. 
An der Dateierweiterung *.ram oder *.rpm erkennt der Web-Browser, dass er den RealPlayer starten muss. Beim Start wird dem RealPlayer die URL übergeben, die in der Metadatei enthalten ist, d.h. der Player bekommt hier die URL http://www.vbs.ul.bw.schule.de/audio/oboeweb.smi
 übermittelt.

  

4. 
Der RealPlayer fordert nun vom Web-Server diese Datei (oboe.smi) an und bekommt sie vom Web-Server via HTTP zurückgeliefert.

  

5.
Aufgrund der Information in der SMIL-Datei werden die benötigten Medienclips über HTTP vom Web-Server angefordert, geliefert und dann vom RealPlayer abgespielt.

Konkret soll unsere Präsentation lokal auf D:\Projekt vorliegen und folgende Dateien enthalten:
oboe.ram  Meta-Datei (reiner ASCII-Text) mit Verweis auf die SMIL-Datei oboe.smi
oboe.rm RealAudio-Datei mit dem Ton (rm)
oboe.rp RealPix-Datei (reiner ASCII-Text) mit den Anweisungen zum Anzeigen der Bilder
oboe.smi SMIL-Datei (reiner ASCII-Text) mit den SMIL-Befehlen der Präsentation
oboe1.jpg Bild 1 (jpg)
oboe2.jpg Bild 2 (jpg)
oboe3.jpg Bild 3 (jpg)
oboe4.jpg Bild 4 (jpg)

Wie und wohin müssen diese Dateien nun transferiert werden ? Antwort: Natürlich über einen FTP-Client zu BelWue, d.h. zum Host ftp.beluwe.de , so wie man es auch mit den Internet-Seiten der Schule macht. Nach dem Einloggen ist im FTP-Client auf der rechten Seite die Verzeichnisstruktur bei BelWue zu sehen.

  
ftp-Verzeichnisstruktur
  

Und wie Sie bestimmt wissen, werden die Internet-Seiten der Schule im Unterverzeichnis /htdoc abgelegt. Dort kann man nun ein Unterverzeichnis /audio anlegen. Dateien, die dort abgelegt sind, können später von einem Browser unter 
http://www.vbs.ul.bw.schule.de/audio angesprochen werden. Und in dieses Verzeichnis /htdoc/audio kopieren wir alle Dateien aus unserem Beispiel: .

  
ftp-Transfer
  

Sie dürfen natürlich nicht vergessen, von irgendeiner Ihrer Web-Seiten aus einen Link auf die Metadatei oboe.ram zu setzen. Ansonsten war das schon alles. 
Da das HTTP-Protokoll grundsätzlich nur die Anforderung und Rücklieferung von Daten vorsieht, aber keine weitergehende Kommunikation zwischen RealPlayer und WebServer ermöglicht, sind mit dieser Methode trotz ihrer Einfachheit einige Nachteile verbunden:
· Es sind keine SureStreams möglich, d.h, wenn Streams für verschiedene Bandbreiten angeboten werden sollen, müssen mehrere Dateien und entsprechende Links angelegt werden.
· Bei parallel ablaufenden Clips treten Synchronisationsprobleme auf, da ein Web-Server mit der Zeitleiste einer SMIL-Präsentation nichts anfangen kann. Deshalb kommt es z.B. bei RealFlash oft zu Stockungen, da eine solche Präsentation Audio und Animation synchron abspielen muß.
· RealPix Präsentationen, die oft ein wichtiger Bestandteil von SMIL-Präsentationen sind (z.B. bei Tonbildschauen) starten erst, wenn alle Einzelbilder geladen sind, was manchmal einen Vorlauf von mehreren Minuten bedeuten kann.
· Die SMIL-Attribute clip-begin und clip-end sind nicht nutzbar. Würde z.B. clip-begin=“5min“ gesetzt, so müsste der RealPlayer warten, bis die Daten für die ersten fünf Minuten geladen sind, bevor er mit der Wiedergabe des betreffenden Teils beginnen würde. Diese Wartezeit ist inakzeptabel lang.
· Da der Web-Server nicht an eine neue Postion der Zeitleiste eines Clips springen kann, bedeutet das Vorspulen über den Schieber am RealPlayer eine lange Wartezeit, bis alle Daten geladen sind, die bis zur betreffenden Position angefallen wären.
· Liveübertragungen sind nicht möglich, da ein Web-Server nur Clips von der Festplatte ausliefern kann.

  

Speicherung der Clips auf dem RealServer G2 bei BelWue
Um die obengenannten Nachteile zu umgehen, hat die LEU-Online-Arbeitsgruppe für Berufliche Schulen die „Professional Education“-Version des RealServer G2 beschafft. Frau Herrmann vom BelWue-Team hat diesen Server direkt bei BelWue in Stuttgart installiert und bietet allen Schulen, die über BelWue ins Internet gehen, diesen zusätzlichen Service an. Ein formloser Antrag per E-Mail genügt !
Der Web-Server soll im vorliegenden Beispiel wieder unter http://www.vbs.ul.bw.schule.de angesprochen werden und die Metadatei soll im Verzeichnis /ram liegen. Die Präsentation selbst soll auf dem RealServer bei BelWue liegen, der unter rtsp://mms.bw.schule.de angesprochen wird.
BelWue richtet für Schulen, die den entsprechenden Antrag gestellt haben, auf dem RealServer einen sogenannten Mount-Point ein, der der Einfachheit halber aus der Web-Adresse der Schule besteht. D.h. die Valckenburgschule spricht ihre Inhalte auf dem RealServer von BelWue unter:
rtsp://mms.bw.schule.de/www.vbs.ul.bw.schule.de
an. Dort können dann wie üblich Unterverzeichnisse z.B. hier /smil existieren.
Wird eine Präsentation über einen Link auf der Web-Seite angewählt, so soll der RealPlayer automatisch gestartet werden. Deshalb muss auf dem Web-Server wieder eine sogenannte Metadatei (*.ram oder *.rpm) gespeichert sein, auf die über den Link verwiesen wird. Das folgende Diagramm soll die Abläufe im einzelnen erläutern

  
Realserver
  

1. 
Der Browser fordert vom Web-Server die *.ram-Datei an.
(z.B. über den Hypertext-Link 
 <a href=“http://www.vbs.ul.bw.schule.de/ram/oboe.ram“>...</a>)

  

2. 
Der Web-Server schickt die *.ram Datei oboe.ram an den Browser. In der *.ram-Datei ist nun die komplette URL der eigentlichen Präsentation auf dem RealServer (z.B. oboe.smi) gespeichert. D.h. in oboe.ram  muss jetzt die Zeile 
 rtsp://mms.bw.schule.de/www.vbs.ul.bw.
 schule.de/smil/oboe.smi stehen.

  

3
An der Dateierweiterung *.ram oder *.rpm erkennt der Web-Browser, dass er den RealPlayer starten muss. Beim Start wird dem RealPlayer die URL übergeben, die in der Metadatei enthalten ist, d.h. der Player bekommt hier die URL rtsp://mms.bw.schule.de/www.vbs.ul.bw.schule.de
/smil/oboe.smi übermittelt, also eine URL, die auf den RealServer verweist.

  

4.
Der RealPlayer fordert nun vom RealServer diese Datei (oboe.smi) an und bekommt sie vom RealServer via RTSP zurückgeliefert.

  

5.
Aufgrund der Information in der SMIL-Datei werden die benötigten Medienclips über RTSP vom RealServer angefordert, geliefert und dann vom RealPlayer abgespielt. Dies können auch Liveübertragungen sein.

Konkret soll unsere Präsentation wie oben lokal auf D:\Projekt vorliegen und wieder folgende Dateien enthalten:
oboe.ram 
oboe.rm 
oboe.rp 
oboe.smi 
oboe1.jpg 
oboe2.jpg 
oboe3.jpg 
oboe4.jpg 

Wie und wohin müssen die Dateien diesmal transferiert werden ? Etwa auf zwei Server ? Keine Angst, Sie brauchen keinen zweiten FTP-Zugang ! Alles läuft wie gewohnt über den Host ftp.beluwe ab. Nach dem Einloggen ist im FTP-Client auf der rechten Seite die Verzeichnisstruktur bei BelWue zu sehen.

  
ftp zu belwue
  

Die Internet-Seiten der Schule sind Unterverzeichnis /htdoc abgelegt. Dort kann man nun entsprechend dem momentanen Beispiel ein Unterverzeichnis /ram anlegen. Dateien die dort abgelegt sind, können später von einem Browser unter 
http://www.vbs.ul.bw.schule.de/ram 
angesprochen werden. Und in dieses Verzeichnis /htdoc/ram kopieren wir nun lediglich die Meta-Datei oboe.ram  hinein:

  
ftp zu belwue
  

Wo müssen nun die eigentlichen Dateien der Präsentation abgelegt werden? Wenn Sie die Verzeichnisstruktur aufmerksam anschauen, die Ihnen der Host ftp.belwue.de anzeigt, dann ist Ihnen bestimmt aufgefallen, dass es jetzt ein Verzeichnis /real gibt, das früher nicht existierte. Und dieses Verzeichnis ist dem RealServer G2 bei BelWue zugeordnet. Dort können wir ebenfalls Unterverzeichnisse anlegen. Im Beispiel wäre das das Unterverzeichnis /smil . Genau dahin müssen die Dateien der Präsentation überspielt werden, die über das rtsp-Protokoll angesprochen werden, bzw. Bestandteil der SMIL-Präsentation sind:

  
ftp-Transfer zu belwue
  

Auch in diesem Beispiel darf man natürlich nicht vergessen, von irgendeiner Ihrer Web-Seiten aus, einen Link auf die Metadatei oboe.ram zu setzen.
Die einzigen „Unannehmlichkeiten“ die Sie bei diesem Verfahren ertragen müssen, sind die etwas längeren Zeilen in den Metadateien und der Umstand, dass sie mit zwei Verzeichnissen, nämlich /htdoc für die HTML-Dateien und die Metadateien und /real für die Dateien der eigentlichen Präsentation arbeiten müssen. Aber dieses Vorgehen bringt viele Vorteile mit sich:
Im Gegensatz zum HTTP-Protokoll ermöglicht das RTSP-Protokoll nämlich eine Kommunikation zwischen RealPlayer und RealServer. Deshalb entfallen die Nachteile, die mit einem Streaming via HTTP verbunden sind. So sind folgende Möglichkeiten gegeben:

  • Verwendung von SureStream, d.h. ein Clip wird für verschiedene Bandbreiten gleichzeitig codiert, und  RealPlayer und RealServer passen sich der maximal verfügbaren Bandbreite automatisch an. Eine Übertragung stockt also nicht sofort, wenn die Übertragungsbandbreite kleiner wird, sondern es wird auf eine niedrigere Qualitätsstufe zurückgeschaltet.

  • Es gibt keine Synchronitätsprobleme bei parallel ablaufenden Clips, da der RealServer mit der Zeitleiste von SMIL-Präsentationen umgehen kann.

  • RealPix-Präsentationen starten sofort nach dem Laden des ersten Bildes.

  • Die SMIL-Attribute clip-begin und clip-end sind nutzbar.

  • Da der RealServer an eine neue Postion der Zeitleiste eines Clips springen kann, muss beim Vorspulen über den Schieber am RealPlayer nur kurz gewartet werden, bis wieder genügend Daten gepuffert worden sind. Es dauert also z.B. nicht mehrere Minuten sondern nur wenige Sekunden, bis die Präsentation fortgesetzt wird.

  • Liveübertragungen, die ja ausschließlich das RTSP-Protokoll benutzen, sind über einen RealServer möglich.

  

Zusammenfassung
Auch wenn es auf den ersten Blick etwas komplizierter aussieht, wenn man die eigentlichen SMIL-Dateien und die Medienclips auf einem RealServer ablegt, so bietet dieses Vorgehen in Hinblick auf einen unterrichtlichen Einsatz doch erhebliche Vorteile. Die Übertragung der oben aufgeführten Dateien erfolgt in beiden Fällen wie gewohnt über ein und denselben FTP-Zugang bei BelWue. BelWue bietet den beschriebenen  zusätzlichen Service allen Schulen ohne Aufpreis an, die bereits ihren Internet-Zugang bei BelWue haben. Ein kurzer formloser Antrag per E-Mail genügt.