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Bild und Ton live im Intranet und Internet

Rudolf Arnold, Valckenburgschule Ulm
  
Einleitung

Es ist sicherlich eine sehr reizvolle Angelegenheit, Rundfunksendungen und Videoclips zum Abruf im Internet bereitzustellen. Die Vorgehensweise wurde für Radiobeiträge bereits in dem Dokument „Wie kommt der Sound ins Internet" beschrieben. Eine ganz andere Dimension der aktiven Medienarbeit erschließt sich jedoch, wenn man zusammen mit Schülerinnen und Schülern Beiträge (z.B. Diskussionen, Laborversuche etc.) auch live zur Verfügung stellt. Dies kann sowohl im Intranet als auch im Internet geschehen.

Die Produkte der Reihe RealPlayer, RealProducer und RealServer G2 der Firma Progressive Networks stellen momentan die am weitesten verbreitete Möglichkeit dar, sowohl Audio- als auch Videofiles, so zu komprimieren, daß sie als Dateien oder als Live-Streams über gängige Internetverbindungen bis hinab zu 28k-Modems übertragen werden können. Bei Video sind dabei aber erhebliche Qualitätsverluste in Kauf zu nehmen.

In den Grundversionen sind sämtliche Produkte kostenlos im Internet unter http://www.real.com/products erhältlich.

Der Artikel behandelt zunächst die grundsätzlichen Client/Server-Strukturen und die nötigen Hard- und Software-Voraussetzungen. Danach wird die Installation von RealServer G2 auf einem Server unter Windows NT 4.0 beschrieben. Abschließend wird dann gezeigt, wie man mit Hilfe des RealProducers G2 Verbindung zum RealServer aufnimmt, um Live-Streams fürs Intranet oder sogar fürs Internet bereitzustellen.

  
Realserver
  
Client/Server-Strukturen und Hard- und Softwarevoraussetzungen

Auf einem Rechner, der beim Anbieter steht, müssen Sound- und Videokarten und die zugehörige Software installiert sein. Aufnahmen liefern in der Regel WAV-Dateien für den Ton und AVI-Dateien für das bewegte Bild. Mit Hilfe der kostenlosen Software RealProducer G2 werden diese Dateien im Real Audio/Videoformat komprimiert und entweder als Real Audio/Video Datei abgespeichert oder als Live-Stream zu einem Server weitergeleitet. Um einen Livestream erzeugen zu können, genügt bei reinem Audio schon ein PC mit 166 MHz Pentium Prozessor und eine normale 16 Bit Soundkarte. Für die Live-Verarbeitung von Video sollte es aber mindestens ein PC mit 350 MHz Pentium II Prozessor und 64 MB Hauptspeicher sein. Ideal ist ein PC mit 450 MHz Pentium II Prozessor und 128 MB Hauptspeicher (oder besser). Die Videokarten müssen allerdings vom RealProducer unterstützt werden. Entsprechende Informationen befinden sich auf der Homepage von Progressive Networks. Die Firma empfiehlt ausdrücklich die analoge Videokarte Osprey 100. Wird auf die Live-Anbindung verzichtet, sind weit geringere Anforderungen zu stellen. Allerdings erhöht sich dann die Rechenzeit zur Erzeugung der komprimierten Dateien. Die Weiterleitung von Live-Streams kann schon auf einem normalen ISDN-Kanal mit 64 kBit/sec erfolgen, da ja später auf der Zuhörerseite meist auch keine schnellere Verbindung da ist. Selbstverständlich kann die Weiterleitung auch im LAN erfolgen, vor allem dann, wenn im Intranet gearbeitet wird. Auf dem Server, der unter Windows NT, Linux, oder einer anderen Plattform arbeitet, wird RealServer G2 installiert, das in der Basisversion kostenlos ist. Dieser Server erzeugt aus dem empfangenen Live-Stream neue Live-Streams und zwar für jeden Zuhörer / Zuschauer im Internet oder im Intranet einen. Dieses Verfahren nennt man Unicasting. In der Basisversion können es bis zu 25 Streams sein. Dies hat natürlich Konsequenzen für die Internet-Anbindung des Servers. Er sollte mindestens mit einer 2 Mbit _ Standleitung angebunden sein, um einen unterbrechungsfreien Empfang bei allen Clients zu gewährleisten. Wesentlich bandbreitenfreundlicher ist da das Multicasting Verfahren. Dabei wird nur ein Stream ins Internet gesendet, der dann ähnlich wie beim Rundfunk „abgehört" werden kann. Die Router des Netzwerkes müssen aber multicastingfähig sein, was beim Deutschen Forschungsnetz, und damit auch bei Belwue der Fall ist. Leider gibt es Multicasting erst bei den Profiversionen von RealServer. Die günstigste Version, der sogenannte Classroom Server, kostet aber immer noch über 6.000,— DM. Auf der Client-Seite ist aber in jedem Fall nur der kostenlose RealPlayer G2 (oder der kostenpflichtige aber komfortablere RealPlayer Plus G2) erforderlich. Hier reicht schon ein PC mit 133 MHz Pentium und einer normalen Soundkarte aus. Eine Videokarte ist unnötig.

  
Livesendung

Der folgende Abschnitt behandelt die Frage, wie man mit dem RealProducer G2 in Verbindung mit dem RealServer G2 eine Sen
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dung live ins Internet (oder ins Intranet) stellt. Der RealServer G2 ist in diesem Beispiel auf einem Rechner der Universität Ulm installiert. Sein Domain-Name ist nomac.e-technik.uni-ulm.de. Das Beispiel läßt sich auch aufs Intranet übertragen, wenn als Domain-Name einfach wie oben angegeben vbsnt1 (oder der Name ihres NT-Kommunikationsservers) gesetzt wird. In jedem Fall muß eine Verbindung (z.B. über ISDN-Router oder LAN) zu dem Rechner hergestellt werden können, auf dem RealServer installiert ist.

In unserem Fall ist der Rechner R415P01 über einen Proxy-Server und einen ISDN-Router mit der Universität Ulm verbunden. Auf dem Rechner ist eine 16 Bit Soundkarte und das Programm RealProducer Plus G2 installiert.

Nach dem Aufruf des RealProducer meldet sich ein sogenannter Recording Wizard mit dem man alle nötigen Einstellungen ganz einfach auswählen kann. Zunächst wird die Art des Clips gewählt. Da es sich hier um eine Live-Sendung handelt wird die Option Live Broadcast gewählt.

  
Recording Wizard
  
Jetzt wird hier festgelegt, daß es sich um eine reine Audio-Sendung handelt. Deshalb wird nur Capture Audio ausgewählt.
  
Realserver Bild 3
  
Als nächstes werden Angaben über den Inhalt der Sendung gemacht. Diese können später mit dem RealPlayer des Zuhörers angezeigt werden. In diesem Beispiel ist es eine etwa einstündige Sendung zum Thema Träume.
  
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Nun wird festgelegt, welchen Dateityp die Sendung haben soll. Die Option Sure Stream kreiert einen Stream, der automatisch je nach Verbindungsqualität in verschiedenen Qualitätsstufen abgehört werden kann. Auf diese Option wurde hier verzichtet, da es sich bei dem
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Rechner R415P01 nur um einen Pentium 133 handelte. Deshalb wurde Single Rate gewählt, womit nur eine feste Übertragungsrate benutzt werden kann.
  
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Die Übertragungsrate wurde auf den schwächsten Modus 28K Modem eingestellt, um auch Schulen mit schlechter Anbindung das Zuhören zu ermöglichen.
  
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Die Sendung hatte einen hohen Wortanteil. Musik diente lediglich als Untermalung oder Trenner. Deshalb wurde Voice with Background Music als Audioformat gewählt.
  
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Jetzt muss der Name des Servers angegeben werden. Das ist wie oben erwähnt nomac.e-technik.uni-ulm.de Der Server-Port ist 4040 was dem im Abschnitt Konfiguration festgelegten Standard-Port für den G2 Encoder entspricht. Der Dateiname wurde hier mit live.rm angegeben. Dieser Name muß später beim Setzen des Links auf der Homepage beachtet werden. Der Benutzername wurde für uns als realusr eingerichtet aber das Paßwort wird nicht verraten....
  
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Nun gibt es noch eine kleine Zusammenfassung. Und mit dem Klick auf die Schaltfläche Fertigstellen wird der Wizard verlassen.
  
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Wenn die Verbindung zum RealServer sichergestellt ist, kann die Sendung beginnen. Das Mischpult ist an der Soundkarte angeschlossen, die Schülerinnen und Schüler sind bereit. Also drücken Sie auf den Start-Knopf des RealProducer. In der Mitte wird der Pegel angezeigt. Die beiden Sichtfenster sind nur bei Videoproduktionen interessant.
  
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Auf der Homepage muß natürlich ein entsprechender Link vorhanden sein. Er zeigt aber nicht direkt auf den RealServer sondern auf eine Meta-Datei, die dann den eigentlichen Link enthält. Nur so wird der RealPlayer direkt gestartet und nicht etwa auf den Abschluß eines Downloads gewartet.
  
Realserver Bild 11
  
Der Link sieht hier so aus:

<A HREF="../audio/live.ram">Jetzt nach Ank&uuml;ndigung auch Live</A>

Die Datei live.ram enthält dann denn eigentlichen Link auf den RealServer:

rtsp://nomac.e-technik.uni-ulm.de/encoder/live.rm

Hier stehen jetzt also der Name des Servers nomac.e-technik.uni-ulm.de, der oben voreingestellte Mount Point /encoder/ und der Name des Streams live.rm, der im RealProducer gewählt wurde.

Klickt die Zuhörerin oder der Zuhörer in der Homepage auf den Link Jetzt nach Ankündigung auch Live , so startet automatisch der RealPlayer und die Live-Sendung kann über das Internet angehört werden.

Realserver Bild 12
  
Bei seiner Installation klinkt sich der RealPlayer übrigens automatisch in Browser wie den Internet Explorer 4.01 oder den Netscape Communicator 4.5 ein.