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Kein Multimedia ohne Drehbuch

Barbara Meinecke, Kaufmännische Schule I Stuttgart


Drehbuch heißt heute „Storyboard" und ist genauso wichtig wie in prä-multimedialen Zeiten. Es ist dazu da, genau zu planen, was man eigentlich wann und wie filmen möchte. Es hilft eine Struktur für die „Handlung" zu finden und ermöglicht wohlüberlegtes Filmen. Sind erstmal Filmsequenzen gedreht, bei denen man sich von Spontaneität und nicht von Planung hatte leiten lassen, wird die Arbeit danach um Vieles aufwendiger. Aus eigenen Erfahrungen wird hier dringend geraten, sich vor dem ersten Drehen ein Storyboard zu erstellen, in dem folgende Details pro Clip festgelegt sein sollten:

  • Welches Objekt in welchem Umfeld wird gefilmt?

  • Wie lange soll der Clip dauern?

  • Reicht das Bild oder wird Originalton benötigt?

  • Welcher Text soll zum Bild gesprochen werden?

  • Wie lange soll die Hintergrundmusik dauern und dementsprechend der Clip?

  • Welche Übergänge zwischen den einzelnen Clips sind nötig?

Wenn diese Fragen für jeden Clip geklärt sind, hat es Sinn mit dem Drehen anzufangen. Die Vorarbeit ist nach diesem Verfahren vielleicht langwierig und vielleicht auch mühsam; sie ist aber unbedingt zu empfehlen. Erfahrene Videobearbeiter/innen können - das sei zugegeben - vieles spontaner tun als Anfänger/innen. Der Reiz der Technik und der Eindruck, es sei alles doch ganz leicht im Nachhinein zurecht zu schneiden, lassen Anfänger/innen leicht eine saubere Planung des Films vergessen. Allein die Datenmenge des aufgenommenen Material übersteigt leicht die Speicherkapazität des Computers und die Meisten von uns verfügen nicht über einen Profischnittplatz mit entsprechender Hardware-Ausstattung.

Diese Tipps gelten übrigens genauso für eine Diashow, für reine Tondokumentationen wie auch für jede Art von Präsentation (z.B. Powerpoint).

Wie kann ein solches Drehbuch aussehen?

Die Schüler/innen erarbeiten für ihre Aufgabe eine Verlaufsskizze, in der alle Details für die aufzunehmenden Clips festgehalten sind. Diese Skizze kann entweder als Mindmap oder auch als lineare Skizze entworfen werden.

Erst wenn dieses Drehbuch fertig gestellt ist, darf die Technik eingesetzt werden.

Für das Projekt Modeschule wurde folgendes Storyboard entwickelt:

Abschnitt Inhalt / Video Ton
Einleitung Eingangsbild:
Schild
Vorlesen:
Text 1
Vorgang:
Herstellung der Kollektion von ... bis ...
Entwurf
Schnitte
Nähen
Bügeln
Sprechen:
Text 2
Interpretation Chef in Großaufnahme Sprechen:
Bedeutung des BK
Schluss Prospektbild Vorlesen:
Schlusswort

Dies ist denkbar knapp und deshalb läuft man Gefahr, doch noch die eine oder andere Sequenz zusätzlich drehen zu wollen. Entsprechend war danach noch einiges nachzubearbeiten.

Das Ergebnis finden Sie hier.