Across the sea - Business English Online
Authentische fremdsprachliche Kommunikation mit Wales - ein Ansatz konstruktivistischen Lernens
Projekt 5
Jörg Rempfer
Philologie und Moderne Sprachkompetenz
Wer mit Sprachunterricht auf die Erfordernisse des heutigen (Berufs-) Lebens zielt, wird sich bewusst, dass dem Erwerb von kommunikativer Kompetenz mehr Bedeutung geschenkt werden muss, als dies bisher in unseren Schulen der Fall ist. Spracherwerb mit diesem Ziel muss sich an authentischen Szenarien orientieren. Die Lernenden müssen sich in diesen Szenarien (fremdsprachlich) bewegen lernen. Der vorliegende Beitrag möchte Sprachunterricht in solchen Szenarien zeigen.
Klassenzimmertür und Computerterminal
Das Schließen der Klassenzimmertür zum Beginn des Sprachunterrichts
hat etwas Symbolisches: Draußen ist die Welt, drinnen ist der Schonraum.
– Draußen wird kommuniziert, drinnen wird Kommunikation simuliert.
Reduziert sich der Sprachunterricht (insbesondere in der Sekundarstufe
I und II) freiwillig auf die Simulation im Schonraum, vergibt er die Chance
auf die in der Begegnung mit der authentischen Sprache und ihren Sprechern
liegenden motivationsfördernden Möglichkeiten.
In diesem Sinne können die "Neuen Medien" heute das Klassenzimmer
zu einem "Fenster zur Welt" machen.
Wer gesehen hat, mit welchem Eifer Schülerinnen und Schüler
diese Chance nutzen, wird die ei-genen Berührungsängste gegenüber
der technischen Ausrüstung leichter überwinden. Dabei will der
folgende Beitrag helfen.
"Alleinunterhalter" versus Coach, ein anderes Lehrer-Schüler-Verhältnis
Im Bewusstsein, dass die eigene (philologisch geprägte) Sprachausbildung
für berufsorientierte Kommunikation in der heutigen globalisierten
Welt nicht hinreicht, wird im eigenen Sprachunterricht der (virtuelle)
Native Speaker installiert, der nach Absprache die eigentlichen Unterrichtsinhalte
übernimmt.
Er konfrontiert die Schüler/innen mit realistischen Szenarien,
auf die sie reagieren müssen. Er korrigiert und kommentiert die Schülerarbeiten.
Die eigene Lehrerrolle ändert sich damit zwangsläufig:
Die Lehrkraft vor Ort ist jetzt Koordinator, Mentor, Coach. Das ist
keine weniger anspruchsvolle Aufgabe als herkömmliches Unterrichten.
Die Vorbereitung und Koordination verlangt viel Aufmerksamkeit. Im eigentlichen
"Unterricht" kommen Rufe von allen Seiten. - Wer seine Schüler/innen
selbständig arbeiten lässt, weiß, wieviel "Chaosmanagement"
dabei möglicherweise anfällt. –
Nichtsdestoweniger hat diese neue Lehrerrolle einen besonderen Reiz,
da sie der Lehrkraft eine Vielzahl von neuen Einblicken bietet. Sind doch
die Beziehungen zu den Schüler/innen ungleich vielfältiger und
abwechslungsreicher als im herkömmlichen seminaristischen Unterricht.
Die lernende Organisation
- Fächerübergreifende/fächerverbindende Aspekte und Zusammenarbeit
zwischen den Lehrkräften
Im vorliegenden Projekt gestalten zwei Lehrkräfte den Unterricht auf
unterschiedliche Weise :
Der Native Speaker liefert Inhalte, Korrekturen, Kommentare.
Die Lehrkraft ("Coach") vor Ort ist Organisator, Berater, Betreuer.
Der Deutsche lernt vom Native Speaker.
Die Schüler/innen lernen von beiden.
Der Sprachunterricht findet im Computerraum statt.
Hier weist der DV-Verantwortliche die Deutschlehrer/innen technisch ein.
– Damit es soweit kommen kann, muss Trennendes aus früheren Tagen
abgebaut werden zwischen Techniker und "Schöngeist".
Möglicherweise bietet der DV-Lehrer den Schüler/innen einen
Vorkurs in Textverarbeitung und Email – oder die Schüler/innen lernen
voneinander das elementare Handling.
So wachsen die unterschiedlichsten Fachinhalte zusammen; die dazugehörigen
Fachvertreter werden Mitglieder eines Projektteams. – Das funktioniert
nicht im Selbstlauf sondern verlangt eine Menge "Beziehungsarbeit".
Das vorliegende Projekt hat gezeigt, dass sich diese Arbeit lohnt und
dass wir sie darüber hinaus unseren Schülerinnen und Schülern
im Sinne einer zeitgemäßen Ausbildung schuldig sind.
Arbeitsweise
Durch die besondere Organisationsform des Projekts (Lehrer 1 online über
Email / Lehrer 2 konventionell vor Ort) muss die Lehrerrolle jeweils neu
definiert werden:
Die Online-Lehrkraft arbeitet mit den Schüler/innen in herkömmlicher
Weise, indem sie Aufgaben stellt, Szenarien entwirft, Schülerarbeiten
korrigiert und kommentiert, Musterlösungen bietet, dies mit einer
Ausnahme (letzter Kursabend) in schriftlicher Form.
Die Lehrkraft vor Ort ist Projektleiter, Koordinator, Moderator, Handlingberater,
wandelndes Lexikon, indem sie mit dem Kollegen im U.K. (in unserem Falle
Wales) regen Kontakt hält, indem sie den Schüler/innen vor Ort
als Betreuer (Coach) zur Verfügung steht.
Diese Arbeits- und Kommunikationsformen entsprechen der realen
Berufssituation in einem international tätigen Unternehmen.
Projektablaufplan
| Monat | Vorbereitung |
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Inhaltliche Absprachen mit Counterpart in Wales (über E-Mail) | 6 |
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Organisatorische Klärung (Schule),
Projektbegleitung LEU |
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Testversand von Files (E-Mail) |
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Teilnehmerwerbung schulintern und über Lokalpresse |
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| Woche | Durchführung | |
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Introducing oneself to the English Tutor, Handling of E-Mail |
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Letter of Application / Personal Data Sheet |
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Inquiry, Furnishing Information |
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Letter of Complaint |
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Making a new contact |
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Telephoning, Booking |
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