Englisch - multimedial und handlungsorientiert
Kommunikation im Betrieb auf Englisch - Einsatz eines integrierten Multimedia-Pakets
Projekt 1
Dr. Werner Mayer
Im Rahmen des S/E-Programms übten Schülerinnen und Schüler der Kaufmännischen Berufsschule im Fach Englisch die vier Sprachfertigkeiten (Skills) "hören", "sprechen", "lesen", "schreiben". Die angehenden Einzelhandelskauffrauen und -kaufmänner hatten typische umgangssprachliche Situationen im Geschäftsleben zu meistern.
Die Skills "hören" und "sprechen" wurden mit der Spracherkennungssoftware "Speak Easy" (Data Becker) und "Multilevel Business English" (Hueber) sowie dem "Sprachkurs Wirtschaftsenglisch multimedial" (Klett) interaktiv gelernt.
Skills wie "lesen" und "schreiben" konnten mittels Hypertexten zur Grammatik mit dem Programm "Green Line CD-ROM Win" (Klett) und zur Korrespondenz mit dem CBT - Programm "Business English: The Basics" (Institut für Film u. Bild in Wissenschaft u. Unterricht) geübt werden. US-amerikanische Stellenangebote im Internet wurden ausgewertet.
Ziele und Inhalte des Lehrplans orientierten sich an fremdsprachlich relevanten Situationen der Berufswirklichkeit. Die Fremdsprache gewinnt für Schüler auf diese Weise einen besonders lernförderlichen beruflichen Handlungsbezug.
Der kombinierte Einsatz elektronischer Medien wie offline CBT-, Multimedia- und Textverarbeitungsprogrammen oder online Internet half den Schülern sehr gut Aufbau, Organisation, Produkte oder Dienstleistungen eines Betriebes zu beschreiben, Stellenbewerbungen und Vorstellungsgespräche durchzuführen, Arbeitsmittel auszuwählen, Geschäftspartner zu kontaktieren sowie das Begrüßen und Betreuen von Gästen und Geschäftspartnern zu simulieren. Als virtuelle Vorbereitung auf Geschäftsreisen buchten die Schüler Hotels und Verkehrsmittel, bestellten Reisedokumente und erfuhren Wissenswertes über Sitten und Gebräuche in der Zielsprache des Reiselandes.
Für das Lernen einer Fremdsprache bietet die Computeranimation einen hervorragenden Hintergrund, charakterische Besonderheiten und Anforderungen an Besucher eines fremden Landes auf vielfältige Art zu simulieren. Elektronisches Multimedia vernetzt dabei die im seitherigen Fremdsprachenunterricht bereits genutzten Medien (Sprachlabor, Video, Kassettenrecorder, Bildplatte etc.) - jedoch jetzt in einem System mit direktem interaktivem Zugriff.
Der Unterricht in diesen innovative Projekt brachte die Erkenntnis: Die klassische Sprachvermittlungsdidaktik, welche über die drei in Stufen differenzierte Phasen: 1. Sprachaufnahme, 2. Sprachverarbeitung und 3. Sprachanwendung umgesetzt wird, scheint beim Lernen mit Multimediaanwendungen auf den Kopf (oder die Füße?) gestellt zu sein. Die Übergänge zwischen Präsentations-, Übungs- und Kommunikationsstufen waren fließend. Fremdsprachenlernen mit Multimedia ist somit eher mit den Spracherwerbstheorien des muttersprachlichen Lernens erklärbar.
Weiterhin zeigte sich, dass viele Schülerinnen und Schüler beim Lernen mit elektronischen Medien ihr eigenes Lernverhalten merklich stärker reflektieren. Dieser Sachverhalt könnte der Effizienz ihrer Lernbemühungen langfristig besonders zuträglich sein.
