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Projekt gegen Schulverweigerung

Einleitung | Definition | Bestandsaufnahme | Ursachen | Folgen

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Ursachen

Wenn wir die möglichen Folgen des schulischen Absentismus vermeiden wollen, dürfen wir die Multikausalität der Schulmüdigkeit schon deshalb nicht übersehen, weil die Effektivität der Anstrengungen wesentlich davon abhängt, ob wir mit den passenden Maßnahmen die entsprechenden, individuell sehr unterschiedlichen Motivationen behandeln. „Das traditionelle Paradigma mit seiner Verkürzung auf objektive Tatbestände bzw. auffällige Erscheinungsweisen, die an der Persönlichkeit der Jugendlichen „festgemacht" werden, wird der Komplexität des Problems „Schulschwänzens" nicht gerecht.
Bisherige Untersuchungen der Hintergründe aller Formen der Schulverweigerung ergaben, dass „die Jugendlichen sehr häufig Probleme in ihrem schulischen und familiären Umfeld haben, auf die sie mit Flucht und Ausweichen reagieren. „Schulschwänzen” ist ein Signal, ein Hilferuf." 1 
Befragte Jugendliche nennen hier vielfältigste Gründe, die es ernst zu nehmen gilt und die nach unterschiedlichen Formen der Unterstützung verlangen:" 6

  • persönliche Krisen, Trennungsängste
  • Spannungen im Elternhaus z.B. Krankheit, Todesfälle, Scheidung, Alkoholismus
  • fehlende Unterstützung bei der Bewältigung schulischer Anforderung durch das Elternhaus
  • Misserfolge in der Schule,
  • Konflikte mit den Lehrkräften,
  • ein als langweilig empfundener Schulalltag,
  • Ausgrenzung durch Mitschülerinnen und Mitschüler, Mobbing.

 

Es gibt weiter Hinweise, dass die Befragten im Rückblick zum Teil ihr Scheitern an der Schule darin begründet sehen, dass ihre Eltern über keine Ressourcen verfügten, die sie bei der Bewältigung schulischer Anforderungen hätten unterstützen können. (Kraheck 2003)." ²
Eine vom Deutschen Jugendinstitut im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprogramms ‚Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit’ durchgeführte Befragung von Expertinnen und Experten zu den möglichen Ursachen für den Ausstieg von Jugendlichen aus der Schule ergab Hinweise auf Brüche und Instabilität, die diese Jugendlichen häufig sowohl in ihrer Bildungsbiographie als auch in ihrem persönlichen Umfeld erlebt haben: „Mehrfacher Schulwechsel (‚Wanderpokal’) oder Klassenwechsel (‚Hauptschultourimus’) aus disziplinarischen oder familiären Gründen sind nicht selten. Ferner sind negative Begleitumstände, die sich aus dem häuslichen und familiären Milieu ergeben, häufig auslösend (wenn nicht gar ursächlich) für die Unfähigkeit des Schülers, den Schulalltag zu organisieren und durchzustehen" (Schreiber-Kittl/Schröpfer 2002, S. 139).