Projekt gegen Schulverweigerung
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Folgen
„Die Folgen beharrlicher Abwesenheit von der Schule und insbesondere
fehlender schulischer Qualifizierung sind gravierend. Brüche und
Instabilitäten im schulbiographischen Ablauf wirken sich negativ auf die
künftige gesellschaftliche Stellung eines Individuums aus“
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„Eine besondere Problematik stellen dabei Schülerinnen und Schüler
dar, die während der eigentlichen Schulunterrichtszeit in kriminelle
Handlungen verwickelt werden. Erwiesenermaßen gibt es einen deutlichen
Zusammenhang zwischen Schulverweigerung und delinquentem Verhalten wie z.B.
Ladendiebstahl und Gewaltdelikten. Untersuchungen zeigen: Je häufiger
Schülerinnen und Schüler unentschuldigt der Schule fern bleiben, desto
stärker sind sie auch in Straftaten involviert“
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„Für Jugendliche und junge Erwachsene mit schlechten
Bildungsvoraussetzungen sind Übergangsverläufe, die durch viele Brüche und
Diskontinuitäten gekennzeichnet sind, mittlerweile der Normalfall. Häufig
rückt schon der qualifizierende Hauptschulabschluss –die
Mindestvoraussetzung für den Einstieg in eine Berufsausbildung – für
Schülerinnen und Schüler, deren schulische Karrieren aufgrund individueller
Problemlagen oder gesellschaftlich bedingter Benachteiligungen durch
Misserfolgserfahrungen, Schulmüdigkeit und Schulversäumnisse geprägt sind,
in weite Ferne. Ihnen droht schon vor Beendigung der Vollzeitschulpflicht
eine nachhaltige Ausgrenzung von Bildung, Ausbildung, Erwerbsarbeit und
gesellschaftlicher Teilhabe…“
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„Wenn die PISA 2000-Studie die Diskussion um die Leistungsfähigkeit des
deutschen Schulsystems ausgelöst hat, dann hat die Angst vor einer
wachsenden Jugendkriminalität das Problem der Schulpflichtverletzungen in
die öffentliche Debatte gebracht. Wenn Jugendliche so offensichtlich und
unbekümmert Regelverletzungen „auslebten“, indem sie sich am hellen
Vormittag an ihren Treffpunkten auf öffentlichen Plätzen und in den
Computerspielabteilungen der Kaufhäuser aufhielten, welche anderen Gefahren
mochten dann noch von ihnen ausgehen? Der Frage nach möglichen
Zusammenhängen zwischen Schulpflichtverletzungen und sonstigen delinquenten
Verhalten ist in Deutschland in einer Reihe von Untersuchungen nachgegangen
worden: Eine besonders große Resonanz haben die bereits o. g. Untersuchungen
des kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen gefunden (zuletzt:
Wilmers u. a. 2002). So ermittelten Wetzels u.a. in Klassenzimmerbefragungen
in Rostock (N=1662) einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Intensität
des Schulschwänzens und dem Ausmaß selbst berichteter Delinquenz: „Bei
Gewaltdelikten liegt die Täterrate bei massiv schwänzenden Jugendlichen fast
vier Mal höher als bei deren nicht schwänzenden Kollegen. Vandalismusraten
sind mehr als doppelt so hoch, ebenso die Raten für Eigentumsdelikte“
(Schreiber-Kittl/Schröpfer 2002, S. 60). Die Autoren kommen zu dem Schluss,
„dass jugendliche Schulschwänzer umso häufiger Eigentumsdelikte begehen, je
intensiver sie die Schule schwänzen“ (Wetzels u.a. 2000, S. 128).
Schreiber-Kittl und Reißig, die ehemalige Schulverweigerer nach ihren
damaligen Tagesabläufen fragten, konnten solche Zusammenhänge nicht
bestätigen (was möglicherweise einer positiv selegierten Stichprobe
geschuldet ist): 70 % nutzten die Abwesenheit von der Schule, um richtig
auszuschlafen, 69 % verbrachten ihre Zeit mit Freundinnen und Freunden, 17 %
hatten einen Job und (immerhin) 33 % gaben an, auch gelegentlich „Dinger
gedreht“ zu haben (Reißig 2001, S. 24-25; Schreiber - Kittl/Schröpfer 2002,
S. 178).“
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