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Maßnahmen

Um das Ziel, Jugendlichen den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern, werden in den Klassenstufen gezielte Angebote gemacht, die kontinuierlich die fachlichen und sozialen Kompetenzen erweitern.

 Einleitung  |  Maßnahmen  |  Material 

 

 

Klassenstufe 5 | Klassenstufe 6 | Klassenstufe 7 | Klassenstufe 8 | Klassenstufe 9     

 

Klassenstufe 5

 

Mit Hilfe der Vergleichsarbeiten des Landesinstituts für Schulentwicklung wird zu Beginn des fünften Schuljahres der jeweilige Lernstand der Schülerinnen und Schüler diagnostiziert. So wird die individuelle Förderung einzelner Schüler erst möglich.

 

Fachliche Kompetenz: Das Lernen lernen

 

-         Jeder Schüler bekommt zusätzlich eine Stunde Unterricht am Computer und kann einen PC-Führerschein ablegen. Ebenso steht eine Stunde Lesen zusätzlich auf dem Stundenplan. Die Freude am Lesen soll so geweckt werden. Weiterhin haben die Kinder die Möglichkeit, eine kostenfreie  Hausaufgabenhilfe zu besuchen. Sie werden dabei von Degerlocher Bürgern unterstützt, die ehrenamtlich und unentgeltlich arbeiten.

-         Jeder Schüler erstellt selbständig eine Jahresarbeit zu einem Thema eigener Wahl und präsentiert diese der Klasse.

-     Bereits im 5. Schuljahr suchen die Schüler die ortsansässigen Betriebe im Stadtteil auf und lernen so ihre Umgebung näher kennen. Die Schüler erstellen  eine Übersicht von allen Berufen im Stadtteil und stellen ihre Ergebnisse an einer Plakatwand dar.

 

Soziale Kompetenz

 

-         Ein erlebnispädagogisches Schullandheim auf der Schwäbischen Alb unter der Leitung der beiden Erlebnispädagogen Andreas Abt und Volker Walz ist ein zentraler Bestandteil des fünften Schuljahres. Zusammen mit den Schülern des sechsten Schuljahres erfahren hier die Schüler ihre eigenen Grenzen und gestalten Rolle in der Klassengemeinschaft. Die Schüler überwinden 4 Meter hohe Wände, überqueren auf einer 30 Meter langen Seilbrücke eine Schlucht und finden sich ohne Taschenlampe im nächtlichen im Wald zurecht und vieles mehr. Die Erlebnispädagogen und Klassenlehrer verarbeiten in dieser Woche die Erfahrungen in Gesprächen. In Bildern und Collagen werden die Erlebnisse dargestellt. Auf diese Weise wird in dieser Klassenstufe die Teamfähigkeit, das Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl für sich und andere aufgebaut.

 

-         Einzelne Schüler haben die Möglichkeit, sich zum Streitschlichter ausbilden zu lassen. Weiterhin können die Schüler das Schülercafe im Haus mitgestalten. Sie finden dort bei den Mitarbeitern der mobilen Jugendhilfe Ansprechpartner für ihre privaten Fragen. Darüber hinaus verwalten sie aktiv die Schülerbücherei und lernen so frühzeitig, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen.

 

-         Zusammen mit der Gemeinde bereiten sie einen Gottesdienst pro Monat vor und nehmen an einem „Tag der Besinnung“ (Ein Thema beispielsweise lautete  „Wenn ich noch einen Tag zu leben hätte“)

 

-         Eltern, Schüler und Lehrer gestalten miteinander einen internationalen Abend mit  kulinarischen Köstlichkeiten aus verschiedenen Herkunftsländern. So erfahren die Schüler die Filderschule von Anfang an als Lebensraum und erleben die Schule nicht nur als Bildungseinrichtung.

 

 

Klassenstufe 6   

 

Fachliche Kompetenz

 

-         Auch in dieser Altersstufe erstellen die Schülerinnen und Schüler eine Jahresarbeit zu einem Thema eigener Wahl. Sie bekommen dabei die Gelegenheit, passende Bilder und Texte im Internet zu suchen und In die Jahresarbeit einzufügen. Sie präsentieren die Arbeit ihren Mitschülern.

 

-         Wie schon im vorangegangenen Schuljahr steht in der sechsten Klasse eine Stunde Lesen zusätzlich auf dem Stundenplan.

 

-         Die Schülerinnen und Schüler übernehmen mehr und mehr Verantwortung für ihr eigenes Lernen, indem sie ein Portfolio anlegen. Dort wird der PC-Führerschein aus der fünften Klasse abgelegt. In diesem Schuljahr kommen weitere Zertifikate und Geräteführerscheine hinzu.

 

-         Im technischen Bereich absolvieren die Schülerinnen und Schüler einen Maschinen–Führerschein, der den sicheren Umgang mit Geräten und Maschinen im Technikraum attestiert. Sie sammeln erste Erfahrungen im Umgang mit einer computergesteuerten Fräse und erstellen dazu am PC ein Namensschild. Im hauswirtschaftlichen Bereich absolvieren sie einen Nähmaschinen-Führerschein.

 

Soziale und personale Kompetenz

 

-         Da das erlebnispädagogische Schullandheim zusammen mit den Fünftklässlern durchgeführt wird, können die Schüler hier die Mentorenrolle übernehmen und Verantwortung für die jüngeren Mitschüler tragen.

 

-         Im Deutschunterricht sowie in den angegliederten Fächerverbünden (z.B. Musik-Sport-Gestalten) spielen die Schüler Theater und erstellen die Kulissen dazu. Sie führen ihr Theaterstück beim jährlichen Schulfest auf.

 

-         Wie im fünften Schuljahr gibt es eine Reihe weiterer Aktivitäten, die das Schulleben für die Sechstklässler bereichern:

 

  • Mitarbeit im das Schülercafe
  • die Möglichkeit zur Ausbildung als Streitschlichter
  • die Mithilfe bei der Verwaltung der Schülerbücherei
  • die Gestaltung eines internationalen Abends für ausländische Schüler und Eltern
  • ein Catering für den Verein „Degerloch hilft“. Dieser „Event“ verstärkt die Anbindung an den Stadtteil.
  • Die Hausaufgabenhilfe für ausländische und deutsche Kinder

 

 

Klassenstufe 7  

 

Fachliche und methodische Kompetenz

 

-         Im siebten Schuljahr erstellen die Schüler erstmalig eine Jahresarbeit zum Pflichtthema „Beruf“. Dabei reflektieren die Schüler auch die Realisierbarkeit ihres Berufswunsches.  Durch das Internet lernen sie eine Vielzahl verschiedener Berufe  kennen. Sie präsentieren ihre Jahresarbeit vor der Klasse. Dabei lernen sie verschiedene Präsentationsformen kennen (Präsentation an der Plakatwand oder mit Beamer und PC).Der Computer wird dabei als unterstützendes Werkzeug sinnvoll eingesetzt: Die Schüler lernen den Umgang mit einem Präsentationsprogramm und vertiefen ihre Kenntnisse im Umgang mit dem Internet. Sie suchen gezielt nach Berufen und lernen unter anderem die Seiten der Handwerkskammerwww.handwerks-power.de und des Berufsinformationszentrumswww.berufenet.de kennen. Am PC erstellen sie ihre Lebensläufe und fügen ein digitales Passfoto ein.

 

-         Zusammen mit dem Klassenlehrer gestalten sie einen Elternabend zum Thema Berufsausbildung.

 

-         Sie führen ein berufsbezogenes Projekt durch und gründen eine Schülerfirma. Ein Beispiel finden Sie unter:http://www.primolo.de/home/LongballHomepage/

 

-         Wie in den Klassen 5 und 6 haben die Siebtklässler eine Stunde Lesen zusätzlich.

 

-         Ausländische und deutsche Kinder bekommen in der Hausaufgabenhilfe Unterstützung bei den Hausaufgaben

 

Personale Kompetenz

 

-         Um die Erfahrungen des erlebnispädagogischen Schullandheimes zu vertiefen, haben die Schüler die Möglichkeit, am Epizentrum in Böblingen einen Tag unter der Leitung eines erfahrenen Trainers zu verbringen.

 

-         Sämtliche im siebten Schuljahr durchgeführten schulischen Projekte werden im Team erarbeitet und präsentiert.

 

  Soziale Kompetenz

 

-         Für ihr Portfolio haben die Schüler die Möglichkeit, weitere Zertifikate zu erwerben:

  • Streitschlichterausbildung und Ausüben des Amtes als Streitschlichter
  • Ausbildung zu Sportmentoren
  • Ausbildung zu Umweltmentoren
  • Ausbildung zum Jugendsanitäter
  • Schulpatenschaften für Grundschüler


 

Klassenstufe 8  

 

In der Klasse 8 steht die Berufswahl im Vordergrund. Alle Jugendlichen der Klasse 8 arbeiten während des Tagespraktikums ein Vierteljahr lang an einem Tag in der Woche in einem Degerlocher Betrieb. Danach wechseln sie wieder für ein Vierteljahr in den nächsten Betrieb. Anschließend absolvieren sie ein 14-tägiges Praktikum. Den Abschluss bildet ein weiteres vierteljähriges Praktikum in einem ortsansässigen Betrieb. Auf diese Weise lernen die Schüler verschiedene Berufsbilder kennen.  Sie lernen die an sie gestellten Anforderungen kennen und tun sich so leichter bei der Wahl ihres Berufes. Vor dem Hintergrund der  eigenen Schulleistungen und wissen die Schüler, was sie noch alles tun müssen, um in dem Beruf unterzukommen. Nach jedem Praktikum bekommen sie von den Firmen ein Zertifikat, das sie bei ihren Bewerbungen einreichen können.

 

Der örtliche Gewerbe- und Handelsverein von Degerloch unterstützt äußerst engagiert die Schule wie auch alle anderen Bürger von Degerloch. Alle Schüler finden in handwerklichen Betrieben, kaufmännischen und sozialen Betrieben Praktikumsplätze. Selbst, wenn die Firmen keine Ausbildungsplätze anbieten, so ermöglichen sie doch, dass die Schüler den Beruf kennen lernen können.

 

Die Schülerinnen und Schüler laden die Betriebe an einem Abend in die Schule ein und bewirten die Vertreter der Betriebe. Dabei können die Schüler sich präsentieren und mit den Vertretern der Betriebe Gespräche führen. Der Kontakt zu den Betrieben wird gestärkt.

 

Die Schüler erweitern ihren Erfahrungshorizont durch einen Besuch beim Berufsinformationszentrum, beim Besuch von Betrieben und Jobbörsen. Zusätzlich kommen die Berufsberater in die Schule und führen mit den Schülern Einzelgespräche. Weiterhin werden in dieser Klasse von Trainern der örtlichen Krankenkassen Bewerbergespräche durchgeführt.

 

In einem Planspiel haben die Schüler die Gelegenheit, spielerisch die Bewerbungssituation durchzuspielen und ihre Chancen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu erkunden.

 

Die Schüler erstellen in der Schule eine Bewerbungsmappe mit Lebenslauf. Die Lehrer achten darauf, dass die Schüler diese Mappe auch abschicken.

 

Darüber hinaus helfen die Schüler der Filderschule bei örtlichen Festen, bei Befragungen im Stadtteil usw. zwei Beispiele: Bei den Kunstwochen der Schule wurden die örtlichen Handwerker mit einbezogen. Sie kamen gern und halfen den Schülern. So wurde im Hof ein von Schülern selbst gestalteter Brunnen errichtet. Ein Steinmetz unterstützte die Schüler bei den Steinmetzarbeiten. Die Verkleidung von Betonpfeilern mit einem Fliesenmosaik wurde von einem Fliesenleger begleitet.

 

In den Klassenzimmern der achten und neunten Klasse hängen für alle sichtbar Zeitleisten an der Wand, in die sich die Schüler eintragen, ob sie bereits eine Zusage für eine Ausbildungsstelle bekommen haben, wann sie einen Termin beim Arbeitsamt haben, wie viele Bewerbungen bereits fortgeschickt sind, wann Vorstellungsgespräche stattfinden usw. Die Lehrer fragen häufiger nach, da in vielen Elternhäusern diese Aufgabe nicht übernommen wird. Unterstützung erfahren die Schüler auch von den „Mobilen Jugendarbeitern“.

Parallel erhalten die Klassen 8 und 9 verpflichtend eine Stunde Benimmunterricht. Die Schülerinnen und Schüler haben die Gelegenheit,  das Grüßen, das Telefonieren, das Betreten eines Raumes, die Erledigung von Aufträgen, sicheres Auftreten usw. zu trainieren.

 

Weitere Vorhaben und Projekte in Klasse 8:

 

FSD-Cup: Einladung, Organisation und Durchführung eines Fußballturniers mit Nachbarschaftsschulen

Umweltmentoren

Jugendsanitäter

Schülerpatenschaften

Wirtschaftsjunioren in der Schule

Hausaufgabenhilfe

Projekte werden im Team erarbeitet und präsentiert

Brötchenverkauf in der Pause (Schülerfirma)

Sportmentoren

Streitschlichter

Klassenstufe 9  

 

Die Klassen 8 und 9 erhalten jahrgangsübergreifend verpflichtend eine Stunde Benimmunterricht. In Rollenspielen erfahren die Schüler sich selbst und ihre Wirkung auf andere. Sie trainieren in realistischen Situationen das Grüßen und Telefonieren sowie das Betreten eines Raumes und die Erledigung verschiedener Aufträge.

 

Weiterhin werden in diesen Klassen mit Trainern der örtlichen Krankenkassen Bewerbergespräche durchgeführt. Der Klassenlehrer greift dies im Unterricht auf und spielt mit den Schülern immer wieder ähnliche Situationen durch. Begleitend dazu werden gemeinsam komplette Bewerbungsmappen erstellt. Die Lehrer achten nicht nur auf formale Dinge, sie und erinnern die Schüler laufend daran, ihre Bewerbungen auch abzuschicken – postalisch oder online.

 

In den Klassenzimmern der achten und neunten Klasse hängen für alle sichtbar Zeitleisten an der Wand, in die sich die Schüler eintragen, ob sie bereits eine Zusage für eine Ausbildungsstelle bekommen haben, wann sie einen Termin beim Arbeitsamt haben, wie viele Bewerbungen bereits abgeschickt sind, wann Vorstellungsgespräche stattfinden usw. So haben Schüler und Lehrer immer einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge. Die Klassenlehrer haken nach, wenn die Schüler nicht aktiv werden - leider wird diese Aufgabe in vielen Elternhäusern nicht mehr wahrgenommen. In den Mitarbeitern der mobilen Jugendhilfe haben die Schüler immer einen weiteren Ansprechpartner.

 

Die Schüler der neunten Klasse bereiten sich während einer Lernwoche intensiv auf die Hauptschulabschlussprüfung vor. Bei diesem Schullandheimaufenthalt haben die Schüler die Chance, die Prüfungsaufgaben noch einmal gezielt und mit individueller Unterstützung zu büffeln. Sie werden dabei von der Klassenlehrerin und den Mitarbeitern der mobilen Jugendhilfe unterstützt.

 

Während des gesamten neunten Schuljahres und zusätzlich während der Schulferien absolvieren die Schüler an einzelnen Schultagen Praktika in den örtlichen Betrieben.

 

Die Projektprüfung bietet eine weitere Gelegenheit für die Neuntklässer sich nach außen zu präsentieren. In einer Öffentlichkeitsveranstaltung zeigen die Projektgruppen ihre Ergebnisse und Präsentationen. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Essen in verschiedenen Kulturen“. Die Schüler zelebrieren ein Festmahl in einem für das jeweilige Land passenden kulturellen Rahmen. Zu dieser Veranstaltung sind auch die Vertreter der Betriebe eingeladen. Die Schüler bewirten die Gäste. Auf diese Weise wird der gute Kontakt zu den Betrieben gepflegt. Es bietet sich die Gelegenheit, Gespräche miteinander zu führen. Schüler, Eltern, Lehrer und Betriebe tauschen sich gegenseitig aus und knüpfen Kontakte. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Bewerber bei den Betrieben oftmals bereits bekannt sind, wenn die Bewerbungsmappe eingeht.

 

Der örtliche Gewerbe- und Handelsverein von Degerloch - wie auch viele weitere Bürger -unterstützt äußerst engagiert die Schule. Alle Schüler finden in handwerklichen Betrieben, kaufmännischen und sozialen Betrieben Praktikumsplätze und oftmals auch einen Ausbildungsplatz. Selbst wenn die Firmen keine Ausbildungsplätze anbieten, so ermöglichen sie es doch, dass die Schüler den Beruf kennen lernen können.

 

Die Schüler der Filderschule helfen im Stadtteil bei örtlichen Festen, bei Befragungen im Stadtteil oder Aktionswochen mit: Bei Kunstprojekten der Schule werden die örtlichen Handwerker mit einbezogen. Sie kommen gern und helfen den Kindern. Die Schüler errichteten beispielsweise im Schulhof aus Buntsandsteinen einen Brunnen, bei dem der Degerlocher Steinmetz Claus Schlemmer die Projektgruppe leitete. Die Verkleidung von Betonpfeilern mit einem Fliesenmosaik wurde von einem Fliesenleger begleitet. In einer Aktionswoche „Jung und Alt in Degerloch“ helfen die Schüler älteren Mitbürgern bei der Gartenarbeit oder im Haushalt. Im Gegenzug helfen die Älteren den Schülern bei den Hausaufgaben.

 

In den letzten Jahren haben durchschnittlich 80% der Schüler einen Ausbildungsplatz oder einen Platz in einer weiterführenden Berufsschule erhalten.